NTT Aktuell Dezember 2014 - 2. Ausgabe

Der "Nürnberger Trichter Telegraph" (abgekürzt "ntt") war in den Jahren 1967 bis 2000 das Mitteilungsblatt des Kurzwellenrings-Süd und besteht als Online-Version weiter.

Editor:
Prof. Dr. Hansjörg Biener (Hansjoerg_Biener@yahoo.de)
Neulichtenhofstr. 7, D-90461 Nürnberg.

Die Zusammenstellung des ntt nutzt neben eigener Recherche folgende Quellen
A-DX: e-Mail-Liste von Christoph Ratzer
BCDX: Wolfgang Büschel
DXLD: Glenn Hausers DX-Listening Digest

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Allgemeines

Aserbaidschan: Khadija Ismayilova (Radio Azadliq) für zwei Monate in Untersuchungshaft
Khadija Ismayilova, feste freie Mitarbeiterin von Radio Free Europe/Radio Liberty, mehrfach ausgezeichnet für ihren investigativen Journalismus und für Reporter ohne Grenzen eine von „100 Helden und Heldinnen der Information“ ist festgenommen worden. Der Vorwurf: Sie habe versucht, einen Mann zum Suizid zu treiben. Ein Gericht in Baku ordnete am 5. Dezember erst einmal eine zweimonatige Untersuchungshaft an, bei einer Verurteilung würden daraus bis zu sieben Jahre Gefängnis.
Der Vorsitzende des für die strategische Leitung der US-amerikanischen Auslandsdienste zuständigen Broadcasting Board of Governors kommentierte die Festnahme scharf: "Khadija's Festnahme ist ein weiterer Versuch der aserbaidschanischen Regierung, ihre Kritiker zum Schweigen zu bringen und die Presse- und Informationsfreiheit in Aserbaidschan zu limitieren. Wir sind zornig über die Art und Weise, wie man sie behandelt, und verlangen von der Regierung ihre sofortige Freilassung.“ Die OSZE-Beauftragte für Medienfreiheit Dunja Mijatović fand noch am 5. Dezember 2014 ähnlich scharfe Worte: „Die Festsetzung von Ismailova ist nichts anderes als planvolle Einschüchterung, Teil einer langwährenden Kampagne, um ihre freie, kritische Stimme zum Schweigen zu bringen.“
Khadija Ismayilova hat sich durch die Aufdeckung diverser finanzieller Machenschaften der Familie von Präsident Ilham Aliyev dessen Feindschaft zugezogen. Seit 2012 ist sie Ziel offizieller Angriffe und Schmierkampagnen unter der Gürtellinie. Seit Februar bringt man sie in den Spionageverdacht, nachdem sie sich mit Mitarbeitern des US-Senats getroffen hat. Ein Reiseverbot verhinderte im November die Teilnahme an einem Hearing "Combating Corruption in the OSCE Region" in Washington, D.C., wo es um die Korruptionsbekämpfung im Gebiet der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa ging. Der Spionagevorwurf wurde zuletzt am 4. Dezember vom Presidential Chief of Staff Ramiz Mehdiyev erhoben. (http://www.rferl.org/content/khadija-ismayilova-court-pretrial-detention-ruling-due/26727199.html, http://www.osce.org/fom/130076, Dr. Hansjörg Biener)

China: Prozess gegen Gao Yu begonnen
Nach sechs Monaten Haft hat am 21. November 2014 der Prozess gegen die prominente regierungskritische Journalisten Gao Yu wegen "Verrats von Staatsgeheimnissen" begonnen. Gao Yu, Autorin unter anderem für die Deutsche Welle, hatte bereits in den 90er Jahren fast sieben Jahre in Haft verbracht. Auch damals wurde ihr Verrat von Staatsgeheimnissen vorgeworfen.
Ihre jüngste Verhaftung Ende April dieses Jahres wird laut chinesischen Staatsmedien damit begründet, dass sie ein "hoch vertrauliches Dokument" an eine "Quelle außerhalb des Landes" weitergeleitet habe. Es könnte sich nach Ansicht von Beobachtern um das "Dokument Nr. 9" der Kommunistischen Partei Chinas gehandelt haben. Darin werden Gefahren für die Alleinherrschaft der Partei aufgezeigt und ein harter ideologischer Kurs gefordert. Weil es nach Darstellung der Regierung um Staatsgeheimnisse geht, ist die Verhandlung nicht öffentlich, sagt Anwalt Mo Shaoping. Medienberichten zufolge haben ausländische Diplomaten, unter anderem aus EU-Ländern, einen Antrag gestellt, an der Gerichtsverhandlung als Beobachter teilnehmen zu dürfen. Mo Shaoping hält es allerdings für unwahrscheinlich, dass das passieren wird.
In einem Video, das am 8. Mai 2014 in Chinas Staatsfernsehen CCTV ausgestrahlt wurde, zeigte Gao Yu "Reue" und bekannte sich zu ihrem "Vergehen". Gao Yu erklärte später ihren Anwälten, die Polizisten hätten sie unter Druck gesetzt, indem sie ihren Sohn - der auch inhaftiert war - bedroht hätten. Mo Shaoping sagt der DW, die Richter hätten den Antrag auf Nichtzulassung des Geständnisses beim Vorbereitungsgespräch zu den Akten genommen, ihm aber zunächst nicht stattgegeben. Die Staatsanwaltschaft habe ihren Standpunkt vertreten, dass die Geständnisse von Gao Yu keineswegs illegale Beweise seien.
Im schlimmsten Fall droht Gao Yu die Todesstrafe, ihr Anwalt Mo Shaoping rechnet mit einer Gefängnisstrafe zwischen fünf und zehn Jahren aus. Ein Termin für die Urteilsverkündung steht noch nicht fest. (Prozess gegen Gao Yu hat begonnen 20.11.2014 http://dw.de/p/1DqFO; Dr. Hansjörg Biener)

Deutschland: Die Fregatte "Niedersachsen", die Kurzwellenfreunden durch die sie bestimmten digitalen Kurzwellensendungen bekannt wurde, wird im Sommer 2015 nach 32 Jahren und mehr als 764600 Seemeilen im Dienst der Deutschen Marine außer Dienst gestellt. Am 5. Dezember 2014 kehrte die "Niedersachsen" nach fünf Monaten in See zum letzten Mal in den Marinestützpunkt Wilhelmshaven zurück. Die letzten 30000 Seemeilen führten über den Atlantik nach Kanada und in die USA sowie zu Manövern und zum Patrouillendienst in Mittelmeer. Da die „Niedersachsen“ früher an Operationen vor der somalischen Küste teilgenommen hatten, hatten sich einige Kurzwellenfreunde schon gewundert, dass die zuletzt eingesetzten DRM-Frequenzen für den Empfang am Horn von Afrika ungeeignet erschienen. (Dr. Hansjörg Biener)

Pakistan/USA: Die verschlungenen Lebens- und Berufswege mancher Mitarbeiter internationaler Auslandsdienste machte jüngst der Auftritt eines VoA-Mitarbeiters bei der Verleihung des Friedensnobelpreises (Oslo 10. Dezember 2014) deutlich. Sardar Ali vom VoA Deewa Service für das afghanisch-pakistanische Grenzgebiet ist auch ein bekannter Sänger in den beiden Ländern und trug auf Anregung der Preisträgerin Malala Yousafzai "Bibi Shereena " vor, das sein Kollege Behroz Khan kurz nach dem Taliban-Angriff auf die pakistanische Mädchenrechte-Aktivistin 2012 getextet hatte. Die Stimme Amerikas war eine von sechs Medienorganisationen, mit der die nun 17-jährige im Umfeld der Preisverleihung sprach, während es mehr als 300 Interviewanfragen gab.
Das Video des Auftritts findet sich bei http://www.voadeewaradio.com/media/video/pakistan-malala-song-nobel-takkar/2553755.html. (VoA 10.12.2014, Dr. Hansjörg Biener)

USA: 65 Jahre VoA Ukrainian
Mit einer Feierstunde in Washington beging die Voice of America am 12. Dezember das 65-jährige Bestehen ihres ukrainischen Dienstes. VoA Ukrainian sei im Kalten Krieg ein Leuchtfeuer der Freiheit gewesen und sei es auch heute, sagte VoA Director Ensor. „Niemand hätte gedacht, dass dieses Jahr wohl eines der wichtigsten in der Geschichte der Ukraine werden würde. Während der Proteste und der blutigen Reaktion der Regierung, während der russischen Aggression hat sich der ukrainische Dienst auf der Höhe der Zeit gezeigt, um sein Publikum über alles Wichtige zu informieren.“
Die Voice of America begann am 12. Dezember 1949 mit Kurzwellensendungen in Ukrainisch. Auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges sendete man fünf Stunden täglich, inklusive einer Stunde den Fernen Osten der Sowjetunion. Nach dem Ende der Sowjetunion konnte die Stimme Amerikas Übernahmen in der Ukraine selber organisieren, eine Niederlassung in Kiew eröffnen und ein Korrespondentennetz aufbauen. Ab 1992 sendete man, immer wieder unter schwierigen Umständen im ukrainischen Hörfunk, doch am 31. Dezember 2008 endeten nach mehr als 59 Jahren die Rundfunksendungen der Voice of America. Mittlerweile ist Fernsehen die Hauptplattform. Nach Angaben der Publikumsforschung verfolgen 18 Prozent der Ukrainer VoA-Fernsehprogramme mindestens wöchentlich. Aus Anlass der Jubiläums gab Botschafter Oleksandr Motsyk bekannt, das Präsident Petro Poroshenko Myroslava Gongadze mit dem Prinzessin-Olga-Orden auszeichnet, einem nicht-militärischen Orden für außergewöhnliche Leistungen. Gewürdigt werden ihre Verdienste um Journalismus und Demokratie in Ukraine. Gongadze ist die anchor woman des Fernsehprogramms Chas-Time, das landesweit ausgestrahlt wird. Außer der seit 2004 ausgestrahlten täglichen Viertelstunde Chas-Time öffnet sich seit 1993 ein wöchentlich 20-minütiges Fenster nach Amerika und seit jüngster Zeit aus ein fünf-minütiges Nachrichtensegment in russischer Sprache für russischsprachige Ukrainer.
Ukrainisch ist eine der Sprachen, wo sich verschiedene Sender unter dem Dach des Broadcasting Board of Governors doppeln. Vor einigen Wochen feierte Radio Free Europe/Radio Liberty den 60. Geburtstag seiner ukrainischen Sendungen. Radio Liberty sendet seit dem 16. August 1954 in Ukrainisch. (VOA Ukrainian Marks Its 65th Anniversary 12.12.2014, Dr. Hansjörg Biener)


Lang- und Mittelwelle

China: Zhujang Broadcasting - Guangzhou belegt die Mittelwelle 1062 kHz nur noch 22.00-16.00 Uhr (+1=MEZ), was wohl auch für die angeschlossenen Mittelwellen 801 und 927 kHz gilt, während auf UKW weiter rund um die Uhr gesendet wird. (Tony Magon 4.12.2014 mediumwave.info)

Deutschland: Das DeutschlandRadio hat jetzt auch offiziell das Sendeende der Langwellen zum 31. Dezember 2014 bekannt gegeben. Betroffen sind die Frequenzen 153 kHz und 207 kHz des Deutschlandfunk und die Frequenz 177 kHz von Deutschlandradio Kultur. Mit der Abschaltung folgt Deutschlandradio den Vorgaben der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs (KEF). Diese hatte aufgrund der abnehmenden Nutzung dieser Technik und der fortschreitenden Digitalisierung des Hörfunks in ihren letzten Berichten auf eine zeitnahe Beendigung der Langwellenverbreitung gedrängt. Die Einsparungen, die durch die Abschaltung der Langwelle entstehen, investiert Deutschlandradio in den weiteren Ausbau des modernen DAB+-Sendernetzes.
Dr. Chris Weck, Hauptabteilungsleiter Technik und Infrastruktur beim Deutschlandradio: „ Wir bedauern etwaige Unannehmlichkeiten, die für wenige unserer treuen Hörerinnen und Hörer entstehen. Allerdings können wir nur durch die Abschaltung der Langwelle die Voraussetzungen dafür schaffen, dass mittelfristig alle Beitragszahler unsere Programmangebote überall in Deutschland empfangen können. Im Vergleich zu der veralteten Analogtechnik profitieren alle von der besseren DAB+-Qualität, dem hervorragenden mobilen Empfang, den hilfreichen Zusatzdiensten und nicht zuletzt von der kostengünstigeren, flächendeckenden Verbreitung."
Die Programme des Deutschlandradio können wie bisher über folgende Verbreitungskanäle empfangen werden:
DAB+/Digitalradio bundesweit einheitlich auf Kanal 5C
UKW
Internet: über die Seiten deutschlandradio.de, deutschlandfunk.de, deutschlandradiokultur.de und dradiowissen.de
Die Mittelwellenfrequenzen des Deutschlandfunk sollen nach derzeitiger Planung zum 31. Dezember 2015 abgeschaltet werden. (DLR-Pressemitteilung 28.11.2014 Abschaltung Langwelle: Deutschlandradio setzt auf moderne Verbreitungswege, von Dr. Hansjörg Biener gekürzt)

Pakistan: Am 4. Dezember 2014 feierte man bei Radio Pakistan Islamabad die offizielle Übergabe des neuausgerüsteten National Broadcasting House Islamabad (5 digitale Studios, digitaler Master Control Room) und des Großsenders Faqeerabad (Punjab Province) 585 kHz (digitaltauglicher 500 kW-Sender) durch den Department Manager of Yachiyo Engineering, Kiyofusa Tanaka. Das 2011 vereinbarte Projekt wurde zum weitaus größten Teil aus japanischer Entwicklungshilfe finanziert und dementsprechend auch als Meilenstein in der japanisch-pakistanischen Entwicklungszusammenarbeit gelobt.
Der neue Sender in Faqeerabad , der einen 38 Jahre alten Sender ersetzt, soll tagsüber eine Reichweite von 500 km haben und nachts bis zu 1.200 km. Er sendet mit dem 5. Dezember 14 Stunden täglich in Urdu, Punjabi, Potohari, Hindko, Pushto, Shina, und Balti für Khyber Pakhtunkhwa, FATA (Federally Administered Tribal Areas), Punjab und Gilgit-Baltistan. (Samina Parvez Khalid, Director General Pakistan Broadcasting Corporation 4.12.2014 via Alokesh Gupta)

Polen: Polskie Radio hat die Meldung einer osteuropäischen Quelle zurückgewiesen, die von einer Abschaltung der Langwelle 225 kHz sprach. Vielmehr gehe man von einer weiteren Nutzung der Frequenz in den kommenden 10 bis 15 Jahren aus.
Wie es hieß, werde der Langwellenempfang noch immer von 40 Prozent der Hörer des hier ausgestrahlten Programms Jedynka genutzt. Auch im Ausland stoße diese Empfangsmöglichkeit auf größeres Interesse. Darüber hinaus verweist Polskie Radio auf die Mitnutzung der Frequenz durch die Firma Energomiar. Sie überträgt hier Daten ihres Fernwirksystems RSM, das dem in Deutschland und Ungarn über eigene Langwellensender betriebenen Produkt EFR entspricht.
2012 sei vor dem Hintergrund von Budgetengpässen bereits ein Abschaltversuch unternommen worden, um zu ergründen, ob der Langwellensender nicht verzichtbar sei. Dieser „Versuchsballon“ habe jedoch zahlreiche Rückfragen von Hörern ausgelöst.
Die Nutzung des von Polskie Radio selbst betriebenen Langwellensenders bei Solec Kujawski sei dabei vergleichsweise günstig. Die Kosten belaufen sich laut Polskie Radio nur auf 40 bis 50 Prozent der Gebühren, die man dem externen Dienstleister Emitel für die UKW-Kette von Jedynka zu zahlen habe. Die – sonst als seriös bekannte – osteuropäische Sekundärquelle hatte sich bei ihrer Meldung auf ein „Forum EuroRadio“ berufen, das bei einer Suche im Internet ebenso wenig nachweisbar war wie der dabei genannte Name einer angeblichen Person. Dies erregt den Verdacht einer gezielt lancierten Falschmeldung. (Kai Ludwig 8.12.2014 RBB)

Russland: Vesti FM konnte zuletzt nur noch auf der Mittelwelle 1413 kHz gehört werden. Die wegen des Ukraine-Konflikts ebenfalls im März aktivierten Mittelwellen 1089 und 1215 kHz sind anscheinend nicht mehr in Betrieb (Mauno Ritola, WRTH, 6.12.2014)

Ukraine: Radio Ukraine International hat am 1. Dezember 2014 mit Sendungen über die Mittelwelle Mykolayiv 1431 kHz (800 kW, 55°) begonnen. Die Sendungen 15.00-19.00 Uhr waren offenbar zunächst allein in Ukrainisch und ab 10. Dezember 15.00-17.00 Uhr in Russisch und 17.00-19.00 Uhr Ukrainisch. Bei einer mehrstündigen Autobahnfahrt erwies sich das Programm als stark wortlastig, wobei etwas schwülstig gelesene Texte in der letzten Viertelstunde mit Musik unterlegt wurden. (Georgi Bancov 6.12. http://swldxbulgaria.blogspot.com/2014/12/radio-ukraine-international-resumed-its.html, Mauno Ritola 10.12.2014 mediumwave.info, Dr. Hansjörg Biener 12.12.2014)

Vereinigtes Königreich: Die britische Regulierung hat die Senderechte einiger Stationen von Global Radio über den 31. Dezember 2015 hinaus bis 31. Dezember 2021 verlängert:
Gold
945: Derby
999: Nottingham
Smooth
1152: Norwich, Plymouth
1242: Maidstone
(Ofcom 2.12.2014)

Vereinigtes Königreich: Der Kampf um die letzten Sendemöglichkeiten der Sunrise-Gruppe geht in eine weitere Runde. Im Februar 2014 übernahm die Lyca Media-Gruppe, die bisher im wesentlichen im Verkauf von Mobilfunkkarten für den internationalen Markt aktiv gewesen war, mehrere Londoner Radiostationen, darunter die Mittelwellen 1035 kHz (Kismat Radio) und 1458 kHz (Sunrise Radio). Die Stationen stammen aus der Konkursmasse von Avtar Lit, der wenig früher einen langen Kampf mit Weggefährten und Gläubigern verloren hatte und nun vor den Scherben seiner Sunrise Radio-Gruppe stand. Sunrise Radio verlegte sein Format auf die Mittelwellen 963 und 972 kHz, deren Senderechte am 2. Juli 2015 auslaufen. Bis zum 11. November 2014 haben sechs Bewerber ihr Interesse an diesen Mittelwellen angemeldet und werden jetzt von der Regulierungsbehörde geprüft. Lyca und drei weitere Interessenten greifen den bisherigen Lizenzinhaber Sunrise Radio mit asiatischen Formaten fast desselben Zuschnitts an, ein weiterer will die Mittelwellen für ein gerade gegründetes Finanzprogramm nutzen. (Ofcom 2.12.2014, Dr. Hansjörg Biener)

Vereinigtes Königreich: Die britische Regulierungsbehörde Ofcom hat das Senderecht von Betar Bangla | 1503 AM (4-8 Sutton Street, London, E1 0BB, United Kingdom, http://www.betarbangla.net) bis 25. Dezember 2020 verlängert. Die Station sendet seit 2010 auf der Mittelwelle Tower Hamlets, London 1503 kHz für die Bengali-sprachige Bevölkerung des Großraums London, geht aber bis auf Sendestunden seit 2002 im Programm von Sound Radio 1503 AM zurück. Nach eigenen Angaben hat man heute 70.000 Hörer und Hörerinnen und 30.000 online user. (Ofcom 2.12.2014, Dr. Hansjörg Biener)

Vereinigtes Königreich: Die britische Regulierungsbehörde hat sich mehr als 50 Nachbarschaftsradios vorgenommen, deren Betrieb womöglich nicht (mehr) der lizenzrechtlichen Grundlage entspricht. Jede von der Ofcom lizensierte Privatstation hat ein im Senderecht festgeschriebenes Format, und so wird zum Beispiel überprüft, ob die ausgemachten live auszustrahlenden Sendestrecken ausgestrahlt werden, wie weit der zugesagte Lokalbezug eingehalten wird usw. Die betroffenen Stationen gehen quer durch die Sparten (allgemein, ethnisch, islamisch, christlich, BFBS); von diesen Stationen sendet nur Wirral Christian Media (Flame CCR auf 1521 kHz), dessen Senderecht erst jüngst bis zum 18. Dezember 2019 verlängert worden war. Schon in der Vergangenheit haben viele Nachbarschaftsradios ihre Lizenzen nachverhandelt, weil sie den Live-Sendeumfang oder auch die Ausbildung von ehrenamtlichen Mitarbeitenden nicht im zugesagten Umfang stemmen konnten. (Mike Terry DXLD, Dr. Hansjörg Biener)

Vereinigtes Königreich: UKRD hat die bald auslaufende Mittelwellenlizenz von Eagle Extra an Premier Christian Radio verkauft, das über mehrere Kleinwellen (1305, 1332, 1413 kHz) für den Großraum London sendet und das Sendegebiet nun durch Surrey und Hampshire arrondiert. Die Mittelwelle Guildford 1566 kHz ist für Freunde des Fernempfangs durchaus interessant, da sie in Europa so gut wie gar nicht mehr belegt wird. (Eagle AM Licence Acquired by Premier Christian Radio 29.11.2014, Ofcom 2.12.2014)

Vereinigtes Königreich/Niederlande: Bei einer mehrstündigen Autobahnfahrt konnten auf der Mittelwelle 1566 kHz im Wechsel religiöse und indische Klänge gehört werden, ohne dass der Empfang gut genug für IDs war. Durch den Sendestart von Premier Christian Radio sollte man erstere nicht mit TWR Benin verwechseln und durch den Wechsel von Vahom FM (http://www.vahonfm.nl/site/index.php) nicht mit All India Radio Nagpur. (Dr. Hansjörg Biener 12.12.2014)


Kurzwelle

Bahrain: Zuerst als Frequenzwechsel von Radio Hargeisa (Somaliland) missverstanden, wurden Sendungen auf 7130 kHz schließlich als Relais eines Bahrainischen Exilsenders identifiziert. Wie der arabische Muttersprachler Tarek Zeidan aufklärte, handelte es sich um Mitschnitte des Satellitensenders Lualua TV (http://www.lyngsat.com/tvchannels/uk/LuaLua-TV.html), der sich aus London im Namen der schiitischen Mehrheitsbevölkerung gegen das sunnitischen Herrscherhaus wendet. Zugleich wies der Empfangsexperte auf frühere Ausstrahlungen des Fernsehtons von al-Quds TV durch den Iran hin und damit auf eine möglichen Ursprung der Ausstrahlung.
Der Fernsehton von Lualua TV wurde nachmittags ca 14.35-18.30 Uhr Uhr auf der leicht wandernden Frequenz 7130 kHz beobachtet. Trotz regelmäßiger Beobachtung blieben Empfangsmeldungen in der letzten November-Woche aus. (Wolfgang Büschel 15.-18.11., David Sharp 15.11., Anker Petersen 16.11., Mauno Ritola 17.11., Fawaz Sulaibeekh 17.11., Tarek Zeidan 17., 18.11., Pekka Kemppinen 17.11., Björn Fransson 18.11., Kai Ludwig 19.11., Ron Howard 21.11., Ivo Ivanov 21.11., Dave Kenny 21.11., kein Empfang laut Thorsten Hallmann 24.-26.11. und Wolfgang Büschel 26.11.2014 BCDX/DXLD)

Bolivien: Nach mehrwöchiger Pause wurde Radio Pio Doce, Siglo XX, Cochabamba, Ende November und Anfang Dezember 2014 wieder international auf ca. 5942 kHz gehört. Wie im Sommer war nach Mitternacht auch Empfang in Europa möglich. (Glenn Hauser 28.11., Dave Valko 28.11., Mark Coady 29.11., Bob Wilkner 29.11., 2., 3., 7.12. Anker Petersen 30.11., Enrique A. Wembagher 2.12.2014 DXLD)

China (Guangxi): Beibu Bay Radio, das auf der Kurzwelle Nanning 5050 kHz in der Regel in Vietnamesisch gehört wurde, hat im November 2014 offenbar das Format geändert. Es gibt nicht nur viel mehr Werbung in Chinesisch, sondern einen festen Sendeplatz ca. 13.20 in Englisch. Dabei wird ein aktuelles Thema in Englisch (APEC-Gipfel, Seidenstraße, Festival der Peking-Oper, Hollywood Awards) aufgegriffen und anschließend das Vokabular in Chinesisch erklärt. (Ron Howard 19., 23., 24.11.2014 DXLD)

Deutschland: Seit Weihnachten 1953 schlägt die NDR-Sendung „Gruß an Bord“ eine Brücke zwischen den Seeleuten auf den Meeren und ihren Angehörigen in Deutschland: Seeleute schicken Grüße in die Heimat, ihre Familien haben die Möglichkeit, ihren Lieben auf hoher See ein frohes Fest und ein gutes, neues Jahr zu wünschen. Ausgestrahlt wird das Programm am 24. Dezember 2014 19.00-23.00 Uhr über die Mittelwellen von NDR Info Spezial (Flensburg 702 kHz, Lingen 792 kHz. Hannover 828 kHz und Hamburg 972 kHz sowie Kurzwellen Richtung Atlantik und Indischer Ozean, die erst zeitnäher bekannt werden, die der NDR nach dem Ende der deutschen Kurzwellensendungen der Deutschen Welle selber organisiert.
In einer neuen Pressemitteilung http://www.ndr.de/der_ndr/presse/mitteilungen/Korrektur-Gruss-an-Bord-ueber-Kurzwelle,pressemeldungndr15134.html wurden folgende korrigierte Frequenzen genannt:
19.00-23.00: Flensburg 702, kHz, Hamburg 972 kHz, Hannover 828 kHz und Lingen 792 kHz
19.00-21.00 Uhr bei Veranstaltungen in Hamburg und Leer aufgezeichnete Grüße: 6125 für Atlantik-Nord, 9685 für Indischer Ozean – West, 9925 für Atlantik/Indischer Ozean (Südafrika), 11650 für Atlantik-Süd, 11800 für Indischer Ozean-Ost,
21.00-23.00 evangelische Christmette aus der St. Nicolai-Kirche in Hamburg und dann bis 23.00 Uhr Grüße, die per e-Mail oder Brief eingesandt wurden: 7335 für Atlantik-Nord, 9490 für Atlantik-Süd, 9490 für Indischer Ozean-West, 9650 Indischer Ozean-Ost, 9735 für Atlantik/Indischer Ozean (Südafrika), 11655 für Atlantik-West Afrika
Die Frequenz 9850 kHz wurde umgehend von Adventist World Radio dementiert, das die Welle zur gleichen Zeit Richtung Algerien/Marokko einsetzt. Darum seien hier auch die Frequenzen vom Vorjahr genannt. 2013 wurden folgende Frequenzen eingesetzt:
19.00-21.00: 6125 (Nauen DE-125 kW, 250°) für Atlantik-Nord, 9460 (N-100 kW, 130°) für Indischer Ozean-West, 9885 (Moosbrunn AT-100 kW, 115°) für Indischer Ozean-Ost, 9925 (Issoudun FR-250 kW, 156°) für Afrika, 11955 (I-250 kW, 195°) für Atlantik-Süd
21.00-23.00: 6040 (Nauen 125 kW, 250°) für Atlantik-Nord, 9525 (N- 125 kW, 130°) Indischer Ozean-West, 9765 (Moosbrunn AT-100 kW, 115°) Indischer Ozean-Ost, 9880 (Issodun FR-250 kW, 195°) für Atlantik-Süd, 9925 (I-250 kW, 156°) für Afrika
Uhr Weltzeit (+1=MEZ) Frequenz (Sender) Programm (NDR, Wolfgang Büschel, Dr. Hansjörg Biener)

Indien: Viele indische Mittelwellenstationen, aber auch einige Kurzwellensender haben am 31.12.2013/1.1.2014 ihr Programm verlängert, um um 24.00 Uhr indischer Zeit/18.30 Uhr Weltzeit das neue Jahr einzuläuten. Folgende Kurzwellen waren beim Jahreswechsel dabei:
4775 Imphal
4810 Bhopal
4860 Shimla
4910 Jaipur
5010 Thiruvanathapuram
5040 Jeypore
9425 Delhi
(Jose Jacob)

Kolumbien: Die beiden letzten verbliebenen kolumbianischen Kurzwellensender „5910 Alcaraván Radio y 6010 La Voz de tu Conciencia“ (so eine gemeinsame Identifikation der Schwestersender) geben Anlass zur Sorge.
Wie Manuel Méndez im Oktober vom ehrenamtlichen QSL-Manager Rafael Rodríguez erfuhr, hatte der Sender für Alcaraván Radio 5910 kHz einen technischen Defekt und konnte nur noch begrenzt eingesetzt werden. Ziel war aber die vollständige Wiederherstellung. Nach längerer Pause konnte die Kurzwelle 5910 kHz Ende November wieder interkontinental beobachtet werden, nicht aber mit dem erwarteten Alcaraván Radio, sondern mit La Voz de tu Conciencia.
Klassisch ist die Auseinandersetzung von La Voz de tu Conciencia, Lomalinda, Puerto Lleras, und dem brasilianischen ZYE521 Radio Inconfidência, Belo Horizonte MG, die jeweils leicht variabel um die Dominanz auf 6010 kHz kämpfen. In früheren Jahren kam dann noch das Radio Mil Ciudad de México hinzu, das aber selten geworden ist. Empfangsberichte wurden in der letzten Zeit recht schnell vom QSL-Manager Rafael Rodríguez (Apartado 67751, Oficina Red 4-72 Unicentro, Bogotá DC, Colombia) beantwortet. (Manuel Méndez 15.10., Wolfgang Büschel 10., 14., 16., 26., 28.11., 2., 12.12., Glenn Hauser 30.11.-3.12., kein Empfang von 6010 am 4.12., Dave Valko 2.12.2014)

Liberia: Die im Oktober von ELWA Radio, Monrovia, reaktivierte Kurzwelle 4760 kHz wird weiterhin international abends 19.17-24.00 Uhr (Sendeschluss) gemeldet. Neu waren Ende November auch Empfangsmeldungen für den Morgen ab 6.00 Uhr (+1=MEZ), den auch erwarteten Sendestart, wenngleich das Signal nach 7.00 Uhr endgültig verloren ging. Außerdem wurde ab 1. Dezember abends auch die Kurzwelle 6050 parallel zu 4760 kHz beobachtet. (Manuel Méndez 2.11., Kouji Hashimoto 11.11., Dave Valko 11.11., 1.12., David Sharp 22.11., Rich D’Angelo 24.11., Wolfgang Büschel 26., 30.11., 6.12.2014 BCDX/DXLD)

Mexico: Während XEPPM Radio Educación Mexico City in den letzten Wochen regelmäßig auf  6185 kHz aktiv war (Sendeschluss in der Regel ca. 5.05 Uhr) und jüngst auch  auch in Europa zu hören war, liegt nach geraumer Weile wieder eine Empfangsmeldung für Radio Mil vor. Ron Howard, der nach eigenem Bekunden die Frequenz 6010 kHz regelmäßig überprüfte, fand die Station am 11. Dezember vom Einschalten um 02.18 bis zum Ausschalten um 05.04 Uhr. Das Programm bestand überwiegend aus Musik mit einzelnen Ansagen, aber auch einer klaren Identifikation. (Wolfgang Büschel 7.12., Ron Howard 11.12.2014 BCDX)

Somalia (aus den Vereinigten Arabischen Emiraten): Das von einer dänischen Nichtregierungsorganisation betreute Radio ERGO hat mit dem Beginn des Wintersendeplans die Sendung von 08.30 nach 12.00 Uhr verlegt.
12.00-13.00: 17845 (al-Dhabiya 250 kW, 225°)
Uhr Weltzeit (+1=MEZ) Frequenz (Sender) Programm
(Kouji Hashimoto 30.10., Ivo Ivanov 28.10., 5.11., 2.12.2014 BCDX)
Radio Ergo ist ein Programm der Nichtregierungsorganisation IMS Productions Aps (Kopenhagen), die zum 1. Juli 2011 die Arbeit eines UNO-Programms (IRIN-Radio ab 2008) übernahm. Die in Kenia beheimatete Redaktion arbeitet unter Aufsicht eines Boards von UN- und Nichtregierungsorganisationen, die in Somalia tätig sind. Aus deren Arbeit bezieht Radio Ergo auch viele seiner Themen: Informationen zur Flüchtlingshilfe, Landwirtschaft und Viehzucht, Gesundheitsvorsorge und Medizin, aber auch Frauen- und Kinderrechte. Man hat aber auch rund 20 Korrespondenten. Finanziert werden die Sendungen aktuell weitgehend aus Mitteln der Schweizer Entwicklungshilfe und des Common Humanitarian Fund for Somalia.
Die Sendungen werden vor Ort von den UKW-Partnern Star FM, Radio Hurmo, Voice of Central Somalia, Radio Abud Waq, Voice of Mudug, Horsed Media und Codka Nabadda ausgestrahlt. Die Kurzwelle dient der Flächendeckung und Unabhängigkeit. „Die Kurzwelle ist ein Schlüsselelement in unserer Medienstrategie: Da es keinen nationalen öffentlich-rechtlich strukturierten Sender in Somalia gibt und die UKW-Lokalsender in einem sehr schwierigen und gefährlichen Umfeld arbeiten, bedeutet die Kurzwelle einen sicheren Weg, um große Hörerschaften in Somalia und seinen Nachbargebieten zu erreichen.“ (http://www.radioergo.org/en/about.php) (Dr. Hansjörg Biener)

Somalia (aus Frankreich): Ein neuer Oppositionssender offenbart Probleme auch in der als relativ sicher geltenden Region Somaliland. Die Stimme von Khaatumo gehört zu einer Gruppe, die die 2007 von Truppen Somalilands eroberte Stadt Lasanod zurückerobern will (www.raxanreeb.com/2014/08/somalia-new-khatumo-president-vows-to-liberate-lasanod-town-from-somaliland-forces/). Ausgestrahlt wird das Programm nach folgendem Sendeplan:
17.00-17.30: 17580 (Issoudun 250 kW, 120°) Do Somali
Uhr Weltzeit (+1=MEZ) Frequenz (Sender) Programm
Auf der auch in den Sendungen angesagten Internetsite voiceofkhaatumo.com bzw. codkakhaatumo.com findet sich ein Programmarchiv, das bis zum 23. Oktober zurückreicht. Das Programm besteht hauptsächlich aus Wortbeiträgen (inkl. Telefongespräche). (Ivo Ivanov 6., 13.11., Wolfgang Büschel 10.11., David Kernick 4.12., Edward Kusalik 4., 11.12., Kai Ludwig 4.12.2014 BCDX/DXLD)

Spanien: Nach den erheblichen Protesten hat der Consejo de Administracion de la Corporacion RTVE am 4. Dezember 2014 die Wiederaufnahme der Kurzwellensendungen aus Noblejas beschlossen. Radio Exterior de Espana hatte zum 15. Oktober aufgehört und auch jetzt handelt es sich nur um ein Relais spanischer Inlandssendungen in vier Senderichtungen.
Angekündigt wurde folgender Betrieb:
14.00-18.00 Sa So
18.00-22.00 täglich

Registriert wurde folgender Sendeplan (Stand 11.12.2014)
Sa So Spanisch
16.00-24.00: 9620 (N-200 kW, 290°) Nordamerika
16.00-24.00: 11685 (N-200 kW, 161°) West/Zentralafrika 
16.00-24.00: 11940 (N-200 kW, 230°) Südamerika
16.00-24.00: 12030 (N-200 kW, 110°) Nordostafrika
täglich
16.00-22.00: 17715 (N-200 kW, 230°) Südamerika
16.00-24.00: 17755 (N-200 kW, 161°) West/Zentralafrika
18.00-24.00: 17850 (N-100 kW, 272°) Zentralafrika
18.00-24.00: 21610 (N-200 kW, 110°) Naher/Mittlerer Osten
19.00-23.00: 15110 (N-200 kW, 302°) Nordamerika
Mo-Fr
20.00-24.00: 9620 (N-200 kW, 290°) Nordamerika
20.00-24.00: 11685 (N-200 kW, 161°) West/Zentralafrika
20.00-24.00: 11940 (N-200 kW, 230°) Südamerika
20.00-24.00: 12030 (N-200 kW, 110°) Nordostafrika
20.00-24.00: 15385 (N-200 kW, 161°) West/Zentralafrika
Uhr Weltzeit (+1=MEZ) Frequenz (Sender) Programm (http://www.rtve.es/radio/20141205/radio-exterior-espana-suprime-emision-onda-corta/1061923.shtml 5.12.2014, Ivo Ivanov 5., 11.12.2014 BCDX)

Sudan: Der Kurzwellensender des sudanesischen Rundfunks ist repariert und wieder für In- und Auslandsdienst aktiv. Darauf wies zuerst der Afrika-Experte Thorsten Hallmann hin, woraufhin auch von anderen Empfangsexperten der Sendeplan bestätigt wurde.
Inlandsdienst von Radio Omdurman in Arabisch
02.15-04.30 7200 (100 kW, 210°)
14.30-15.30 7200 (100 kW, 210°)
19.30-21.00 7200 (100 kW, 210°) parallel zu 1296 kHz
Uhr Weltzeit (+1=MEZ) Frequenz (Sender) Programm
Bis 1500 Uhr Interferenz von Myanmar Radio in Burmesisch und ab 15.23 Uhr von der Stimme der Islamischen Republik Iran in Kasachisch. Amateurfunker weisen darauf hin, dass der Kanal bereits zum Amateurfunkband gehört und alle drei Stationen wider internationale Regelungen die Frequenz belegen.
Auslandsdienst Voice of Africa
06.00-06.30: 9505 (100 kW, 110°) Tigrigna
06.30-07.00: 9505 (100 kW, 110°) Amharisch nicht beobachtet
07.00-08.00: 9505 (100 kW, 110°) KiSwahili
08.00-09.00: 9505 (100 kW, 110°) Englisch
16.30-17.30: 9505 (100 kW, 210°) Französisch
17.30-18.30: 9505 (100 kW, 210°) Englisch
18.30-19.30: 9505 (100 kW, 210°) Hausa
Uhr Weltzeit (+1=MEZ) Frequenz (Sender) Programm
Bis 18.00 Uhr Interferenz von BBC English, sowie 18.02-19.02 Uhr von TWR Swaziland auf 9500 kHz in Englisch. (Thorsten Hallmann, Wolfgang Büschel, Tarek Zaidan 3.-6.12., Mauno Ritola 6., 7.12., Ivo Ivanov 6.-8.12.2014 BCDX)


UKW

Deutschland (NRW): In der Sitzung der Medienkommission der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) vom 12. Dezember 2014 ist über die Vergabe der freien UKW-Frequenzen in NRW noch nicht entschieden worden. Die Medienkommission wird sich erneut im Januar mit der Angelegenheit befassen. Auf die elf ausgeschriebenen Frequenzen der Kette hatten sich im Laufe des Jahres elf Antragsteller beworben. (LfM-Pressemitteilung 12.12.2014)

Vereinigtes Königreich: Das Nachbarschaftsradio The Super Station (The Super Station Orkney CIC) in Kirkwall, Orkney, hat im November 2014 sein eigentlich bis zum 13. Januar 2018 laufendes Senderecht zurückgegeben. Das Lokalradio hat seine Ursprünge im Landgang eines Seesenders.
Die Bewerbung wurde nach einer dreimonatigen Testphase (Sept.-Nov. 2004) abgegeben, die vom Sendeschiff MV Communicator ausgestrahlt wurde, wobei Schiffseigner Dave Miller und andere als DJs arbeiteten und Dave Miller dann auch als Managing Director des Nachbarschaftsradios antrat. Die MV Communicator beherbergte ab 1984 den Seesender Laser 558 und diente 1994-2002 als Sendeschiff für niederländische Privatsender, die keinen Platz für eine Sendeanlage an Land finden konnten. 2003 wurde die Communicator von einer neuen Gesellschaft The Super Station gekauft, die das Schiff überholen und erneut für Seesendungen einsetzen wollte. Daraus wurde aber nichts. Am 24. August 2004 legte die Communicator dann in St Margaret's Hope, Orkney, an. (Ofcom 2.12.2014, Dr. Hansjörg Biener)


Fernsehen

Deutschland (NRW): Die WestCom Medien GmbH wird das regionale Fernseh-Fensterprogramm „Sat.1 NRW“ für weitere zehn Jahre im Programm von Sat.1 verbreiten. Dies entschied am 12. Dezember 2014 die Medienkommission der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) in Düsseldorf. Die Verlängerung gilt bis zum 31. Mai 2025. Dr. Jürgen Brautmeier begrüßte die Entscheidung der Kommission: „Die regionale Berichterstattung in den großen Privatsendern leistet einen wertvollen Beitrag zur Medienvielfalt in NRW, dies ist ein wichtiges publizistisches Element im privaten Fernsehen unseres Landes.“ (LfM-Pressemitteilung 12.12.2014)

Irland: UTV hat ab dem 1. Januar 2015 ein in Dublin produziertes landesweites Fernsehprogramm UTV Ireland. UTV begann am 31. Oktober 1959 als Ulster Television (ab 1993 UTV) in Nordirland und hat sich auch zu einem wichtigen Radiobetreiber auf den britischen Inseln entwickelt. Seit 2001 ist UTV mit inzwischen sechs Lokalsendern in der Republik Irland aktiv, 2005 bekam man auch ein Senderecht in Nordirland. In Großbritannien ist man durch die Übernahme der Wireless Group seit 2005 engagiert. UTV Radio GB betreibt 13 Lokalsender in England und Wales und landesweit Talksport, das bis 2019 das Recht zur internationalen Vermarktung des britischen Fußballs hat. Die ursprüngliche Fernsehlizenz für heute „Channel 3“ wurde zum 1. Januar 2015 um zehn Jahre verlängert. (Dr. Hansjörg Biener)

Ukraine: Die Behörden von der Ukraine abtrünnigen „Donezker Volksrepublik“ (DVR) werden die Signale der ukrainischen Fernsehsender „verstopfen“. Dies meldete die Stimme Russlands am 8. Dezember auf ihrer Website. Zuvor hatte der ukrainische Minister für Informationspolitik, Juri Stez, mitgeteilt, dass die Kiewer Behörden die Übertragung ukrainischer Fernsehsendungen über die Territorien der Donezker und der Lugansker Volksrepubliken planen. Daraufhin erklärte der Sprecher des Komitees für Fernsehen, Rundfunk und Informationstechnologien der DVR, Pawel Michaljow, man werde keine Ausstrahlung ukrainischer Fernsehsendungen über das Territorium der Republik zulassen.
Wie DVR-Kommunikationsminister Viktor Jazenko am 8. Dezember 2014 in Donezk mitteilte, „werden jetzt Sendungen aus Wolnowacha (einer zwischen Donezk und Mariupol gelegen Stadt) übertragen. In dieser Woche soll eine Störanlage dafür aufgestellt werden“. Die Möglichkeiten der ukrainischen Behörden, Sendungen ihrer Kanäle über das Territorium der Donezker Region ausstrahlen zu lassen, seien stark übertrieben, so der Kommunikationsminister. „Die Haupt- und wichtigsten Sendestationen stehen unter unserer Kontrolle.“
Im Juni war die Ausstrahlung von fünf Fernsehsendern – dem 5. Kanal, 1+1, Donbass, UBR und News 24 – in Donezk eingestellt worden. Nach Auffassung der lokalen Behörden strahlten die ukrainischen Fernsehsender Informationen aus, die auf Verbreitung von Völkerhass und Heroisierung von Anhängern des Nazismus gerichtet seien sowie die Tätigkeit der "Volksrepublik Donezk" falsch beleuchteten. (http://german.ruvr.ru/news/2014_06_06/Ausstrahlung-von-funf-Fernsehsendern-in-Donezk-eingestellt-7286/, http://german.ruvr.ru/news/2014_12_08/Donezker-Volksrepublik-will-ukrainische-TV-Sendungen-blockieren-1475, Dr. Hansjörg Biener)


Internet

Korea: KBS World Radio hat am 1. Dezember 2014 eine neue App lanciert. Die Apps für die Nachrichten, den Sprachkurs „Lernen wir Koreanisch“ (20 Folgen für touristische Situationen) und die koreanische Küche wurden zusammengelegt. Somit bietet die App ‚KBS World Radio‚ Nachrichten sowie Kultur- und Unterhaltungsprogramme im Text-, Audio- und Videoformat an. Die Programme der elf Sprachdienste können sowohl im stundenweisen Wechsel als separat verfolgt bzw. abgerufen werden. Dazu kommen die Musiksendung des englischen Programms „K-Pop Connection“ und die wöchentliche Popmusiksendung der Sprachdienste. Hinweise zum Download findet man bei http://world.kbs.co.kr/german/about/about_mapps_mobile.htm. (Dr. Hansjörg Biener)

Niederlande: Juul Geleick, der in den sechziger und siebziger Jahren als Techniker beim Seesender Radio Veronica arbeitete, erinnert mit der Website http://www.norderney192.nl an diese Zeit. Die Seite ist allerdings in Niederländisch. (Larry Godwin DXLD)

Russland: Im Webauftritt http://german.ruvr.ru besteht noch die Stimme Russlands noch, aber im eingebetteten Player bei http://nfw.video.ria.ru/flv/audio.aspx?ID=97594110&type=mp3 sendet „Radio Sputnik - keiner sagt mehr“.
Auf Radio Impala ist Radio Sputnik weiter zu hören. Eigenprogramme sendet Radio Impala nur wenige Stunden am Tag. (Markus Weidner 1.12.2014 A-DX, von Dr. Hj. Biener nachrecherchiert)

Thailand: Radio Saranrom, der Sender des thailändischen Außenministeriums, ist nicht nur zeitweise auf der mit der Voice of America geteilten Mittelwelle 1575 kHz zu empfangen, sondern auch im Internet bei saranrom.mfa.go.th. Das Programm ist fast ausschließlich in Thai, es gibt aber eine wöchentliche englischsprachige Sendung News & Views. (Mo 11.00-11.30 Uhr UTC, auch abrufbar bei http://saranrom.mfa.go.th/programs/news-views). (David Kernick 30.11.2014 BCDX, von Dr. Hj. Biener nachrecherchiert)


Amateurfunk

Antarktis: Felix Riess DL5XL ist wieder zurück auf der Station Neumayer in der Antarktis und wird wieder als DP1POL in SSB und CW aktiv sein. QSL via DL1ZBO. (Dieter Diwiso 11.12.2014 A-DX/BCDX)


Hobbykontakt

Iran: Während sich russische DXer im November 2014 über den so gut wie nicht vorhandenen QSL-Rücklauf beschweren, hob Dmitry Kutuzov die deutsche und englische Redaktion der Stimme der Islamischen Republik Iran für ihre QSL-Praxis hervor. (Dmitry Kutuzov DXLD)

Vereinigtes Königreich: Im November hat 2014 „Sunny Jim“ Salmon mit einem Programm begonnen, das sich in unterhaltender Weise der Radiotechnologie in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft widmet. Der Chelmsford Calling World Service (http://www.chelmsfordcalling.com) soll künftig monatlich bei verschiedenen Kurzwellensendern ausgestrahlt werden
14.11., 23.00-24.00: 9955 (WRMI Okeechobee USA) bei Radio Miami International, künftig jeden 2. Freitag des Monats
16.11., 00.00-01.00: 9395 (WRMI Okeechobee USA) im Programm von Global 24
29.11., 14.00-15.00: 7265 (Göhren DE) im Programm von Hamburger Lokalradio, nächste Sendung 20.12.
6.12., 05.00-06.00: 1602 6170 11690 (Virrat FI) Scandinavian Weekend Radio, künftig jeden 1. Samstag
Uhr Weltzeit (+1=MEZ) Frequenz (Sender) Programm (Jim Salmon BDXC-UK via DXLD)


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