NTT Aktuell Januar 2010

Editor:
Dr. Hansjörg Biener (Hansjoerg.Biener@asamnet.de)
Neulichtenhofstr. 7, D-90461 Nürnberg.

Die Zusammenstellung des ntt nutzt neben eigener Recherche folgende Quellen
A-DX: e-Mail-Liste von Christoph Ratzer
BCDX: Wolfgang Büschel
DXLD: Glenn Hausers DX-Listening Digest

Date_of_Update


Haiti-Special

Am 12. Januar 2010 traf ein schweres Erdbeben die Region um die haitianische Hauptstadt Port-au-Prince und hinterließ Zehntausende Tote, Hunderttausende Verletzte und eine riesige Zerstörung. Obwohl auch zahlreiche Gebiete, z. B. der Norden Haitis verschont blieben, sind geschätzt drei der neun Millionen Haitianer betroffen. Wenige Stunden später war der kreolische Dienst der Voice of America mit einem 90-minütigen Sonderprogramm in der Luft. Zu ihm gehörten neben Nachrichten und Informationen aus Haiti auch Grußbotschaften von US-Präsident Barack Obama und US-Außenministerin Hillary Clinton.
Abgesehen von internationalen Missionssendern hatten bis vor kurzem nur noch zwei Auslandssender Kreolisch auf dem Sendeplan: Die Voice of America und Radio Habana Cuba. Allerdings ist es beim kubanischen Auslandsdienst, dessen Frequenzen und Programme ohnehin etwas willkürlich betrieben werden, der kreolische Sendeplatz (3x30 Minuten 21.30, 22.30, 1.00 Uhr) nur noch offiziell. Der amerikanische Kurzwellenexperte Glenn Hauser jedenfalls, der die kubanischen Programme routinemäßig überprüft, vermisst Kreolisch seit Jahren. Wie der journalistische Globetrotter Keith Perron ergänzt, der auch einmal bei Radio Habana Cuba tätig war, ist Anna Pareault, die früher für Kreolisch zuständig war, seit Jahren im Ruhestand. Die Sendungen der Voice of America sind nicht ganz uneigennützig, denn sie enthalten auch dringende Warnungen, aus Haiti zu fliehen und als boat people in die USA aufzubrechen. Die US-Küstenwache ist bereits aufgezogen. In den USA selber haben Zehntausende Haitianer Rede- und Kontaktbedarf auf zahlreichen legalen und illegalen Radiosendern mit einem haitianischen Format.
Nach der Voice of America reagierten auch der BBC World Service und Radio France Internationale mit Sondersendungen auf die Situation in Haiti. Mit Ärger war dabei zu bemerken, dass die Ankündigungs- und PR-Maschinerie im Inland auf Hochtouren lief, während die Sendepläne nicht schnellst- und breitestmöglich kommuniziert wurden. Offensichtlich ist aber auch, dass die Kurzwelle nicht mehr die erste Option ist. Nach einer Marktanalyse, die der für die strategische Leitung der US-Auslandsdienste zuständige Broadcasting Board of Governors im Juni 2009 auf Haiti durchführen ließ, nutzt weniger als 1 Prozent der Bevölkerung die Kurzwelle und nur 8 Prozent die Mittelwelle. Tatsächlich ist es wohl so, dass nur 1 Prozent der Radiogeräte überhaupt noch die Kurzwelle empfangen können, aber 63 Prozent die Mittelwelle und 96 Prozent UKW. Zu diesen kommen dann noch die UKW-Funktionen vieler Mobiltelephone. Wo aber die Empfängerseite nicht mehr über die Kurzwelle verfügt, macht Kurzwelle auch keinen Sinn mehr als Medium in Krisen.
Vor dem Erdbeben gab es in der Hauptstadt rund 50 Stationen. Nur Signal FM 90.5 konnte beim Erdbeben weitersenden, Caraïbes FM und der lokale UKW-Sender von Radio France Internationale konnten sofort nach dem Erdbeben wieder senden. CaraïbesFM und SignalFM waren auch die beiden einzigen Sender aus Port-au-Prince, die in den nächsten Tagen auch im Internet zu hören waren.
Mit Hilfe ausländischer Techniker waren eine Woche später 20 Stationen wieder auf Sendung, darunter Vision 2000, Radio Lumière, Radio Solidarité, Mélodie FM, Radio One und Radio Boukman (aus Cité-Soleil im größten Slum der Hauptstadt). Die World Association of Community Radio Broadcasters hat Nachbarschaftssender in aller Welt aufgerufen, Spendenaktionen für Haiti zu organisieren und eventuell auch Ausrüstung für die mindestens zwölf zerstörten Nachbarschaftssender in der Erdbebenregion zu spenden. Die UN-Station, Radio Minustah, sendete wieder ab dem 18. Januar 2010. Einigermaßen schnell kamen zahlreiche Stationen wieder online. (Glenn Hauser, Keith Perron DXLD, Kai Ludwig RBB-Medienmagazin 25.1.2010, Dr. Hansjörg Biener)

Haiti-Sondersendungen der Voice of America
Der Auslandssender mit der schnellsten Reaktion auf die Krise war die Voice of America, die allerdings auch noch über eine kreolische Redaktion verfügt. “In Krisen und Katastrophen ist die Stimme Amerikas eine Quelle lebenswichtiger Informationen”, so VoA-Direktor Danforth Austin. “Im Herzen sind wir bei den Menschen in Haiti, und wir versuchen weiterhin, ihnen die aktuellsten und bestrecherchierten Nachrichten zu bringen.”
Nach Angaben der VoA-Homepage kommen die kreolischen Programme in Nichtkrisenzeiten nach folgendem Sendeplan auf Kurzwelle:
12.30-13.00: 9660 Mo-Fr
17.30-18.00: 15390 17565, Mi bis 18.30
22.00-22.30: 11905 13725 15390
Uhr Weltzeit (+1=MEZ) Frequenz (Sender) Programm
In Nichtkrisenzeiten erreicht der kreolische Dienst nach VoA-Angaben die Hälfte der haitianischen Bevölkerung mindestens wöchentlich, wobei die Sendungen über die Inlandspartner wichtiger sind als die anderen Plattformen. Der kreolische Dienst findet sein Publikum zu 81 Prozent über UKW-Partner und zu 8 Prozent durch Mittelwellenpartner. Kaum jemand bekannte sich bei einer Marktanalyse, die der für die strategische Leitung der US-Auslandsdienste zuständige Broadcasting Board of Governors im Juni 2009 auf Haiti durchführen ließ, zur Kurzwelle.
Wie Ronald Cesar, Leiter des VoA Creole Service, gleich nach der Katastrophe mitteilte, war die Kommunikation im Land schwer getroffen. So ist es schwer, aus Haiti hinauszutelefonieren, und auch UKW-Partnersender sind betroffen. “Es ist mir gelungen, mit dem Manager von Radio Guinen zu sprechen, und er teilte mir mit, das seine Sendeanlage außer Betrieb ist.” Auf der anderen Seite kann die VoA nicht nur als Informationsquelle für die Bevölkerung dienen, sondern auch als Medium für Grüße und Nachrichten der in den USA lebenden Auslandshaitianer. Hierfür hat die Voice of America eine entsprechende Sondernummer eingerichtet sowie Accounts bei Facebook und Twitter.
Am 14. Januar 2010 erweiterte der kreolische Dienst die Sendezeit von anderthalb auf fünf Stunden täglich. Außer der bisher genutzten Sendeanlage von Greenville setzte man nun auch Sender aus Bonaire (Niederländische Antillen) ein und zog auf der Mittelwellenstation Marathon (Florida) Sendezeit vom Kuba-Sonderprogramm Radio Martí ab:
12.30-13.30: 1180 (M) 6135 (B-250 kW, 341°) 9660 (G-250 kW, 164°) Mo-Fr
17.30-19.30: 15390 17565 (G-250 kW, 174°)
18.30-19.30: 1180 (M)
22.00-23.00: 1180 (M) 11905 (G-250 kW, 168°) 13725 (G-250 kW, 183°) 15390 (G-250 kW, 174°)
01.00-02.00: 1180 (M) 5960 (G-250 kW, 174°) 7465 (G-250 kW, 183°)
Uhr Weltzeit (+1=MEZ) Frequenz (Sender) Programm
Ab dem 16. Januar 2010 war auch ein Senderflugzeug des US-amerikanischen 193rd Special Operations Wing über Haiti unterwegs, das nun nachmittags ein fünfstündiges Programm auf UKW 92,4 und 104,1 MHz und Mittelwelle 1030 kHz ausstrahlte. Damit war die Gesamtsendezeit des kreolischen VoA-Dienstes nun auf 10,5 Stunden werktags bzw. 9,5 Stunden am Wochenende angewachsen. Begleitet wird der Einsatz des Flugzeugs mit der Verteilung von 50.000 solarbetriebenen Radioempfängern. Mit Ärger notiert der US-amerikanische Medienexperte Glenn Hauser die Tatsache, dass die Sendepläne weder auf den allgemeinen noch auf den kreolischen Internetseiten der Voice of America aktualisiert wurden. Tatsächlich sei der Sendereinsatz wechselhaft.
Auf der anderen Seite nutzte die Voice of America die Sondersendungen zu aktiver Öffentlichkeitsarbeit, nicht nur in dem alle paar Tage neue Pressemitteilungen über den Segen der Sendungen verschickt wurden. Zwei Wochen nach der Katastrophe lobte das frühere Mitglied des für die strategische Leitung der US-Auslandsdienste zuständigen Broadcasting Board of Governors und jetzige Senator Ted Kaufman (D-Delaware) am 25. Januar 2010 in einem Statement an den Kongress den Einsatz des kreolischen Dienstes: “Wenige Amerikaner werden von der Bedeutung des US-Auslandsdienstes für die Katastrophenhilfe auf Haiti wissen. [...] Der kreolische Dienst unterrichtet stündlich über die Sicherheitslage und die Verteilung der Hilfe. Es gibt die Möglichkeit, Nachrichten für Familienmitglieder und Freunde ausstrahlen zu lassen. Rund um die Uhr sorgen freie Mitarbeiter in Haiti für Informationen, die der kreolische Dienst auf vielen Plattformen weiterverbreitet. All das von einem kleinen Team mit großem Einsatz.”
Rund um die Uhr zugänglich sind die Informationen auf der Homepage www.voanews.com/creole/. (VoA-Pressemitteilungen 13.1.2010 VOA's Creole Service reaches millions in Haiti with special news reports, 14.1.2010 VOA's Creole Service expands hours, adds AM frequency to reach quake victims, 17.1.2010 VOA Creole broadcasts to Haiti now on multiple radio frequencies VOA Creole Service's role in Haiti praised by U.S. Senator 26.1.2010 via Dr. Hj. Biener, Monitoring von Glenn Hauser)

Haiti-Sondersendungen der BBC
Die BBC produziert seit dem 23. Januar 2010 erstmals Sendungen in Kreyól. Die 20minütigen Sendungen entstehen zusammen mit dem spanischen Programm in der BBC-Niederlassung in Miami und sollen bis mindestens 7. Februar produziert werden. Das durch weitere BBC-Mitarbeiter verstärkte Team arbeitet auch mit Carline Faustin und Simone Degraff zusammen, die ein kreolisches Programm bei der public radio-Station WLRN Miami haben. Die Niederlassung kümmert sich nicht nur um die Karibiksendungen, sondern steht auch allen BBC-Plattformen (Radio, TV, Internet) als Produktionsquelle in Englisch, Französisch, Kreolisch und Spanisch zur Verfügung.
Der BBC World Service hatte bereits am 15. Januar 2010 ein besonderes Angebot für Haiti angekündigt, was sich jedoch zunächst darauf beschränkte, in ein bestehendes tägliches Programm in spanischer Sprache einige Beiträge aus der englischen Sendung “Newshour” einzubauen. Seit März 2008 handelte es sich hierbei um die letzten verbliebenen Kurzwellensendungen der BBC in der westlichen Hemisphäre.
12.00-13.00: 9410 (WHRI 250 kW, 152°) 11860 (Montsinery 250 kW, 305°) Spanisch / Englisch, ab 23. Januar auch 12.32-12.52 Connexion Haiti in Kreolisch
Uhr Weltzeit (+1=MEZ) Frequenz (Sender) Programm
Zielgruppe waren hier wohl zuerst die internationalen Rettungsteams, denn ein direkter Bezug auf die humanitäre Situation war nicht zu erkennen.
BBC World Service Director, Peter Horrocks, erklärte zum Sendebeginn von Kreolisch: “Wir hatten viel positive Rückmeldung auf unsere Sendungen in Englisch, Französisch und Spanisch. Wir sind uns sicher, dass auch unsere kreolischen Sendungen eine lebenswichtige Informationsquelle sein werden.” Wichtiger als die Einfügung in das Kurzwellenprogramm sind jedoch die Wiederausstrahlungen im Inland. Als funktionierende Kette übernimmt zunächst Radio France Internationale die Kreyól-Sendung der BBC auf seinen sechs UKW-Frequenzen in Haiti. Die Sendung wird übers Internet an RFI übergeben, das sie um 14.10 Uhr ausstrahlt. In der Ankündigung der BBC hieß es, man gehe auch von einer UKW-Verbreitung der Sendungen durch die Partnerstation Radio Lumière aus. Im Internet http://radiolumiere.org gab Radio Lumière allerdings an, derzeit nicht senden zu können. Das Problem liegt dabei anscheinend vor allem in unterbrochenen Signalzuführungen zu den einzelnen Sendeanlagen, nachdem die Studios in Cote Plage das Erdbeben offenbar überstanden haben.
Der Medienexperte Jonathan Marks ärgert sich, wie diese Initiative am 24. Januar 2010 auf BBC Radio 4 dargestellt wurde. Nach diesem Beitrag “würde man schwören, sie wären die einzigen, die sich auf diesem Gebiet engagieren”. Marks konstatiert eine mangelnde Koordinierung der Aktivitäten und bemerkt: “Diese Inseln der Hilfe und die PR-Maschinerien, die sie begleiten, sind fürchterlich.” (Jonathan Marks on Jan 24th, 2010 at 13:45 im Blog von Radio Netherland: Just heard a piece on BBC Radio 4, World at One, done by one of the organisers of BBC Connexions in Miami. Listening to it, you’d swear they were the only ones active in their field. I’m sure they are providing a great service, but if only more of the NGOs and broadcasters coordinated their activities. These islands of help - and the publicity machines that go with them - are awful.) (Monitoring von Glenn Hauser, BBC World Service broadcasts in Creole for the first time to increase “lifeline” services to Haiti 22.1.2010, Kai Ludwig RBB-Medienmagazin 25.1.2010, Dr. Hj. Biener)

Haiti-Sondersendungen von Radio France Internationale
Radio France Internationale hat seit dem 18. Januar 2010 ein Sonderprogramm für Haiti. “Ansanm ansanm avek Ayiti” wird 13.10-14.00 Uhr in Französisch und Kreolisch ausgestrahlt. Während einige internationale Auslandsdienste für ihre Haiti-Sonderprogramme auch die Kurzwelle einsetzen, setzt RFI auf ganz auf UKW: Port-au-Prince 89.3 FM, Gonaïves 90.5 FM, Jérémie 92.7 FM, Jacmel 96.9 FM, Cap-Haïtien 105.5 FM, Las Cayes 106.9 FM. Aus der Sicht von Glenn Hauser wäre es möglich, die Sendezeit 11.30-12.00 Uhr auf 13640 kHz zu verlängern, aber offenbar sieht die Leitung von RFI keine Notwendigkeit, die Kurzwellensendungen auszubauen. (RFI 18.1.2010 via Media Network / DXLD)

Radio Canada International
Während die Canadian Broadcasting Corporation durchaus mit umfangreichen Sondersendungen auf die Situation in Haiti reagierte, blieb lange offen, wozu zum 16. Januar 2010 folgende Frequenzen für Sackville registriert wurden. Nachdem lange keine Sendungen beobachtet wurde, gab es am 22. Januar im kanadischen Rundfunk eine Ansage für die Frequenz 15260 kHz, die nur heute für eine Sendung nach Haiti eingesetzt werde.
12.00-20.00: 15260 (S-250 kW, 189°)
20.00-24.00: 9510 (S-250 kW, 189°)
Uhr Weltzeit (+1=MEZ) Frequenz (Sender) Programm (R. Bulgaria 18.1., Ricky Leong, 22.1.2010, Glenn Hauser DXLD)


Allgemeines

Indien: Erstmals Frau am Mikro des Soldatenprogramms
Zum ersten Mal in seiner fast 70-jährigen Geschichte hat das indische Soldatenprogramm “Sainikon ke Liye” eine Moderatorin: Pratima Virendra Singh.
Das vom Verteidigungsministerium verantwortete und über All India Radio ausgestrahlte Radioprogramm begann im zweiten Weltkrieg und war damals für indische Soldaten bestimmt, die in Afghanistan stationiert waren. Als die Kronkolonie vor 61 Jahren in zwei unabhängige Staaten aufgeteilt wurde, wurde Kaschmir das Streitobjekt zwischen Indien und Pakistan. Demgemäß wurde das Programm, das die Soldaten in ganz Indien sowie ihre Angehörigen am Radio vereinen soll, sowohl in Srinagar als auch in Delhi produziert. Allerdings ist nicht nur die Grenze zu Pakistan kritische Zone, auch an den Nordost- und Nordwestgrenzen zu China gab es schon Konflikt sowie einige interne Aufstände in indischen Bundesstaaten. Heute wird das Programm, das 18.15-18.55 Uhr indienweit ausgestrahlt wird und als Reaktion monatlich an die 150 Zuschriften aus dem ganzen Land bekommt, nur noch in Delhi produziert.
“Wir unterhalten, aber anders als die anderen. Wir spielen nicht die Titel der Filme, sondern die Lieder, die die Soldaten selber singen”, sagt Pratima Virendra Singh. Sie weiß das besonders genau, denn ab 2006 war sie bis in die entferntesten Winkel des Landes unterwegs, um bei den Regimentern die entsprechenden Aufnahmen zu machen. “Einmal war ich in Ladakh, um einige Lieder aufzunehmen. Da erschien auch der Kommandeur und ab sofort brachten die Soldaten keinen Ton mehr heraus. Irgendwie habe ich die Soldaten dann von ihrem Kommandeur trennen können, und dann konnte ich statt der ursprünglich geplanten drei Titel, sogar acht aufnehmen. Seither stelle ich sicher, dass die Kommandeure bei den Musikaufnahmen nicht dabei sind.”
Aber natürlich geht es nicht nur um Soldatenlieder und Grüße von daheim, die die Moral stärken, sondern auch um die Kommunikation zwischen den allerhöchsten Stellen und den Soldaten. Die Leitungen des Heeres, der Luftwaffe, der Marine und der Küstenwache nutzen das Soldatenprogramm für ihre Communiqués, und am Vorabend des Unabhängigkeitstages hält der Verteidigungsminister eine Rede an die bewaffneten Kräfte. (Radio programme for soldiers going strong since WW II 26.1.2010 www.thaindian.com/newsportal/uncategorized/radio-programme-for-soldiers-going-strong-since-ww-ii_100309820.html via Alokesh Gupta)

Malaysia: Die Kurzwellenplanungskonferenz für die Sommersaison findet Anfang Febr. 2010 in Kuala Lumpur stattfinden. Ein Veranstaltungsort für die Konferenz zur Wintersaison im Aug. 2010 ist noch nicht bekannt. Wie HFCC-Chairman Oldrich Cip bemerkte, besteht trotz verringerter Sendepläne und neuer Verbreitungswege wie dem Internet immer noch erheblicher Planungsbedarf, da die Rundfunkbänder immer noch sehr voll sind. So waren sich die HFCC-Mitglieder auch einig, Frequenzpläne von Nicht-Mitgliedern weiterhin nicht (offiziell) zu berücksichtigen, da man keine Trittbrettfahrerei will. (Jeff White NASB Newsletter Sept. 2009 DXLD)

Neues Mobilfunkportal für VoA Swahili
Die Voice of America investiert weiter in die Diversifikation ihrer Plattformen. Seit Ende Januar 2010 bietet der VOA Swahili-Dienst unter www.Swahili.voa.mobi den schnellen Zugriff übers Mobiltelephon. Gwen Dillard, Direktorin der VOA Africa Division, sieht das in Zusammenarbeit mit Mobiletech entwickelte neue Angebot als Pilotprojekt. In absehbarer Zeit will die Afrika-Abteilung entsprechende Angebote auch in Französisch, Hausa und Somali machen.
Der 1962 begonnene Swahili Service sendet mittlerweile wöchentlich 9,5 Stunden in Swahili für Ostafrika, wo bis zu 50 Mio. Menschen die Sprache sprechen. Außer auf Kurzwelle ist der Swahili-Dienst längst auch bei UKW-Stationen in Kenia, Tansania und anderen Ländern der Region zu hören. Zusammen mit dem Internetportal www.VOANews.com/Swahili ist das Mobilfunkportal aber weltweit zugänglich. (VoA's Swahili Service launches new fill service mobile web site 25.1.2010, Dr. Hj. Biener)


Mittelwelle

Deutschland (BB): Das DeutschlandRadio hat am 18. Januar 2010 mit einem multimedialen Zusatzangebot für eine “junge Erwachsenen Generation” begonnen: DRadio Wissen. Bereits am 14. Januar 2010 begann die Ausstrahlung von Info-Trailern auf der in der Pressemitteilung nicht erwähnten DRM-Mittelwelle Berlin 855 kHz. (18,7 kBit/s EEP AAC+ und P-Stereo). (Wolfgang Büschel 15.1.2010)

Deutschland (MV): Die vom DeutschlandRadio eingesetzte DRM-Mittelwelle Putbus 729 kHz ist zum 1. Januar 2010 abgeschaltet worden. (Olle Alm 14.1.2010 BCDX)

Indien. Am 3. Dezember 2009 hat All India Radio bei einem Konsortium von BECIL (Broadcast Engineering Consultants India Ltd) und Thomson zwei 1000-kW-Mittelwellensender zur schlüsselfertigen Übergabe bestellt. Beide Sender der S7HP-Serie können sowohl in DRM als auch herkömmlichem analogen Modus senden. Die Megawattanlagen ersetzen entsprechende Kapazitäten in Chinsurah (594 / 1134 kHz) und Rajkot (1071 kHz). Die Anlage in Rajkot, 450 km nordwestlich von Mumbai, wurde 1970 in Betrieb genommen und solllte auch Westpakistan versorgen. Die Megawattwelle ist seit 2004 außer Betrieb. Die seit 1969 aus Chinsurah, 35 km nördlich von Kolkata, sendende Anlage war auch für Ostpakistan bzw. Bangla Desh bestimmt. Seit 2005 wird der 1000-kW-Sender mit halber Leistung betrieben. (Alokesh Gupta 30.1.2010, Dr. Hj. Biener)

Kanada (British Columbia): CISL-650 Richmond BC hat bei der Regulierungsbehörde CRTC eine zeitweilige Formatänderung beantragt. Während der Olympischen Winterspiele (Vancouver 10.-28. Februar 2010) darf man bis zu 20 Prozent des Programms in Russisch senden. Schon zuvor hatte ein UKW-Umsetzer in Whistler das Recht beantragt, aus Anlass der Olympischen Spiele ein Eigenprogramm für die Region ausstrahlen zu dürfen. (Doug Smith 23.12.2009, 27.1.2010 DXLD)

Kroatien: Die DRM-Sendungen auf der Mittelwelle Deanovec 594 kHz wurden eingestellt, da der Sender seinen Standort wechselt. Noch ist unklar, wann der Digitalbetrieb wieder aufgenommen wird. Dies teilte Josko Blazic, OIV Croatia, auf Anfrage mit. (Patrick Robic 8.1.2010 BCDX)

Österreich: Nach dem endgültigen Sendeende der Mittelwelle Bisamberg 1467 kHz in der Nacht zum 1. Januar 2009 werden die Mittelwellenmasten Ende Februar gesprengt und abgetragen. Das hat der Betreiber der Sendemasten, die ORF Sendetechnik-Tochter ORS am 22. Januar 2010 bekannt gegeben. Zwar bereits zum Zeitpunkt der Stilllegung geplant, den 265 Meter hohen, für die seit den frühen neunziger Jahren abgeschaltete Frequenz 585 kHz bestimmten Nordmast abzureißen. Der mit 120 Metern deutlich kleinere Südmast sollte jedoch erhalten und damit die Möglichkeit einer erneuten Nutzung der Mittelwelle 1476 kHz gewahrt werden. Wie das Areal und das denkmalgeschützte Sendergebäude am Wiener Bisamberg künftig genutzt werden, ist noch offen. Die erste Sendeanlage am Bisamberg ist 1933 errichtet worden. (Paul Gager 22.1.2010 A-DX / BCDX, http://wien.orf.at/stories/417899/)

USA (Pennsylvania): WANB Waynesburg (Broadcast Communications) hat am 31. Dez. 2010 die seit dem Sendebeginn 1958 benutzte Mittelwelle 1580 kHz (720 W) aufgegeben und ist nach 1210 kHz (d 5 kW) gewechselt. Man weicht damit der Interferenz von WHFS Morningside MD aus; ursprünglich war ein Wechsel nach 1190 kHz beantragt, aber WVUS-1190 Grafton WV war schneller auf Sendung. (Fred Schroyer 1.1.2010 DXLD)

USA (Texas): China Radio International hat seit dem 1. Januar 2010 einen weiteren Übernahmepartner in den USA. Die texanische Mittelwellenstation KGBC Galveston 1540 kHz (2,5 kW tags, 0,25 kW nachts) sendet rund um die Uhr das Programm des chinesischen Auslandsdiensts. Die Formatänderung wurde so kurzfristig durchgeführt, dass das Stationsmanagement anderen Kunden ihre Sendezeit zurückzahlen musste. Siga Broadcasting, das KGBC vor gut sieben Jahren kaufte und insgesamt sechs Radiostationen betreibt, hatte KGBC in den letzten Jahren mit verschiedenen Minderheitenprogrammen belegt. Im März 2009 versuchte man den Neustart mit einem Lokalprogramm. Das Timing sei aber nicht gut gewesen, meint Mitbesitzer Julian Arango. Im Gefolge des Hurrikans Ike, der im September 2008 zahlreiche Geschäftsleute ruiniert hatte, waren Werbekunden kaum zu gewinnen. Die frühere Website www.kgbc1540.com ist außer Betrieb, aber der direkte Programmlink mms://nyc04.egihosting.com/105105 [WMA, 32 kbps, 32 kHz, dual mono] funktionierte im Januar noch. (Bruce Carter 7.1.2010 DXLD)

Vereinigte Arabische Emirate: Nach dem Sendeende der Mittelwelle Mainflingen 1539 kHz ist immer wieder das VoA-Urdu-Programm Radio Aap ki Dunyaa zu hören. Im Rahmen des Programms gibt es auch fünfminütige Nachrichten in Englisch. Sie werden 19.00, 20.00, 21.00, 22.00, 23.00 und 00.00 Uhr ausgestrahlt. Die Mittelwelle al-Dhabbaya ist neben Orzu 972 aus Taschikistan die wichtigste terrestrische Frequenz. Dazu kommen Sendungen auf Kurzwelle.
14.00-02.00: 972 1539
14.00-15.00: 7480 9390
01.00-02.00: 9520 12020
Uhr Weltzeit (+1=MEZ) Frequenz (Sender) Programm (Dragan Lekic 7.1., S. Hasegawa 8.-9.1.2010 DXLD)


Kurzwelle

Argentinien: Radio Argentina al Exterior hat am 22. Januar 2010 die Kurzwellensendungen auf 11710 und 15345 kHz wieder in Betrieb genommen, nachdem die langerwartete Röhre für den am 27. Oktober 2009 ausgefallenen, aus dem Jahre 1947 stammenden Sender endlich bei der Sendestelle eingetroffen war.
Wie Rayen Braun vom deutschen Dienst mitteilte, kamen noch am selben Tag Empfangsberichte über die italienische und französische Sendung. Es wird darum gebeten, ab Montag den Empfang der deutschen Sendung um 17.00 und 21.00 UTC auf 15345 kHz zu überprüfen und die Redaktion in Buenos Aires mit Empfangsberichten zu informieren. Bei weiterem Betrieb und ausreichendem Empfang, so Bernd Seiser, “steigen die Chancen erheblich, gemeinsam mit RAE im Mai zum RTI Hörertreffen in Ottenau eine weitere Diplomaktion durchzuführen”. (Bernd Seiser, Dr. Hj. Biener)

Australien: Nach dem Sendeende aus Jülich hat CVC International nun auch den Sendebetrieb seiner Kurzwellenstation auf der Cox-Halbinsel zum 31. Jan. 2010 auslaufen lassen. Wie englischen und chinesischen Mitteilungen zu entnehmen war, nutzt CVC das Ende des Vertrages in Darwin für den vollständigen Übergang ins Internet und wird keine zusätzliche Sendezeit am bisherigen zweiten Asienstandort in Usbekistan mieten. Vielmehr verspricht man auf den Internetsites ein runderneuertes Programm mit viel mehr Interaktivität. Die indonesische Internetpräsenz wurde vom Netz genommen; allerdings wird auch hier auf der CVC.TV Homepage eine neue Homepage in Aussicht gestellt.
Andrew Flynn, Director of International Broadcasting, bei Christian Vision, scheut sich nicht vor klaren Worten: “Wenn man die Veränderungen der Mediennutzung und schwierige finanzielle Umstände zusammenbringen muss, muss man prüfen, wo das Geld, das man hat, am sinnvollsten ausgegeben wird. Das Ziel von Christian Vision ist es, Menschen mit Jesus Christus bekannt zu machen und dadurch zur Erneuerung ihres Lebens beizutragen. Weil wird die Botschaft für wichtiger halten als das Medium, können wir uns eben nicht über eines definieren. Von unserem Selbstverständnis her können wir eben nicht so etwas sagen ‘Wir sind ein Kurzwellensender’.” In seiner Mail an den US-amerikanischen Kurzwellenexperten Glenn Hauser beschreibt Andrew Flynn am 26. Januar 2010 die aktuelle Übergangssituation so: “Niemand kann heute genau wissen, wie sich Demographie, Medienzugang und -nutzung, Gewohnheiten und Moden im einzelnen entwickeln. Hörfunk ist immer noch ein Teil unseres Medienmixes, besonders dort wo man noch keinen Zugang zu den Neuen Medien hat, und Radiosendungen haben auch ihre speziellen Stärken. Was wir aber wissen, ist, das es eine Milliarde Menschen haben, für die Radio keine Bedeutung mehr hat. Das können wir nicht ignorieren, wenn wir die Möglichkeiten haben, ihnen nachzugehen.”
Die Programme von Christian Vision wurden ursprünglich nicht nur aus Australien ausgestrahlt, sondern dort auch zusammengestellt. Später mietete man für die Sendungen in Hindi und Englisch auch Sendezeit in Usbekistan und baute Studiokapazitäten in Singapur, Bandung und Bangalore auf. Bei einer “nur Internet Strategie” ist abzuwarten, ob die CVC-Programme auch die Große Chinesische Firewall unbehindert passieren können. Auf der anderen Seite stellt auch die chinesische Gemeinschaft außerhalb der Volksrepublik eine große Zielgruppe dar. (Dr. Hj. Biener)

Australien / Palau: Mit dem anstehenden Sendeende der Kurzwellenstation auf der Cox-Halbinsel hat Radio Australia erstmals Sendezeit bei T8WH Palau angemietet. Der Sendeplan über T8WH-Angel 4 lautete ab dem 19. Januar 2010 folgendermaßen, zunächst auch parallel zu Frequenzen aus Darwin:
22.00-24.00: 12040 (100 kW, 270°) Englisch
00.00-00.30: 15225 (100 kW, 270°) Indonesisch // 15180 (Darwin AU 250 kW, 290°) 15335 (Kranji SG) 15415 (Shepparton AU)
01.00-01.30: 15655 (100 kW, 270°) Burmesisch // 17655 (Darwin AU 250 kW, 290°)
04.00-04.30: 15780 (19. Jan.: 15785) (100 kW, 270°) Indonesisch // 11550 (Taiwan) 15180 (Darwin AU 250 kW, 290°) 15415 (Shepparton AU)
05.00-05.30: 15590 (100 kW, 270°) Indonesisch // 11745 (Taiwan) 15180 (Darwin AU 250 kW, 290°) 15415 (Shepparton AU)
13.00-14.30: 9890 (100 kW, 318°) Chinesisch // 9475 11660 (Shepparton AU) 11760 (Taiwan) 11825 (Darwin AU 250 kW, 340°)
16.00-16.30: 9965 (100 kW, 270°) Burmesisch
Uhr Weltzeit (+1=MEZ) Frequenz (Sender) Programm
www.mediacat-blog.jp/usr/hiroshi/t8whb09_2010jan.gif
(Sei-ichi Hasegawa 18.-20.1., Bryan Clark 20.1., R. Bulgaria 25.1.2010 BCDX / DXLD)

Australien / Vereinigte Arabische Emirate: Mit dem anstehenden Sendeende der Kurzwellenstation auf der Cox-Halbinsel hat Radio Australia Ersatzsendezeit in Al-Dhabbaya angemietet.
22.00-23.30: 5935 (a-D 250 kW, 105°) Indonesisch
23.00-23.30: 5955 (a-D 250 kW, 90°) Burmesisch
11.00-13.00: 17880 (a-D 250 kW, 90°) Englisch
Uhr Weltzeit (+1=MEZ) Frequenz (Sender) Programm (R. Bulgaria 25.1.2010 DXLD)

Bhutan: BBS war nach einer Unterbrechung wieder auf 6035 kHz zu hören. Die Station nutzt derzeit den alten 50 kW-Sender. In der zweiten Januar-Hälfte sollten Mitarbeiter von Thomson eintreffen, um den defekten 100 kW-Sender zu reparieren. (Jose Jacob 14., 17.1.2010)

Bolivien: Nord- und südamerikanische Kurzwellenfreunde meldeten in Einzelmeldungen bei Glenn Hauser folgende bolivianische Stationen als aktiv:
3310 Radio Mosoj Chaski (1001)
4409.8 Radio Eco, Reyes (1001) 4451.2 Radio Santa Ana, Santa Ana del Yacuma (1001)4700 Radio San Miguel, Riberalta (1001)
4716.68, Radio Yura, Yura, (1001)
4796.5 Radio Lipez, Uyuni (1001)5580.19 Radio San José, San José de Chiquitos (1001)
5952 Radio Pio Doce, Siglo Veinte (1001)
6134 Radio Santa Cruz (1001) “contigo está en cada momento Radio Santa Cruz, la mejor radio de esta tierra oriental” // FM 92.3. Website www.radiosantacruz.com.bo (Rafael Rodriguez R. 10.1.2010 DXLD)
6155.274, Radio Fides (1001)

Frankreich: Radio France Internationale hat ab 28. Feb. 2010 folgende englischsprachigen Sendungen:
04.00-04.30: 7315 9805 (je I-500 kW, 135°) Mo-Fr
05.00-05.30: 9805 11995 (je I-500 kW, 135°) Mo-Fr
06.00-06.30: 9765 (I-500 kW, 170°) Mo-Fr
06.00-06.30: 13680 15160 (je I-500 kW, 135°) Mo-Fr
07.00-07.30: 15605 (I-500 kW, 170°) Mo-Fr
12.00-12.30: 21620 (I-500 kW, 130°)
16.00-17.00: 15605 (I-500 kW, 135°)
Uhr Weltzeit (+1=MEZ) Frequenz (Sender) Programm (Dragan Lekic 1.11.2009 DXLD)
Mit Ausnahme der 12.00-Uhr-Sendung sind seit einigen Wochen alle englischen Sendungen live und on demand auf www.rfi.fr abzurufen.

Guinea: Auch wenn der Frequenzbereich inzwischen den Funkamateuren zugesprochen ist, sendet Radio Conakry weiterhin auf der Kurzwelle 7125 kHz. Die überseeischen Empfangsmeldungen beziehen sich durchweg auf den Abend bis zum Sendeschluss 00.05 Uhr, der gelegentlich aber auch früher war (2.1. 23.30, 7.1. 20.31). (Rich D'Angelo 11.1., Ron Howard, 15.1, Brian Alexander 15.1. , Zeljko Crncic 21.1. BCDX / DXLD)

Indien: AIR Kurseong, das eigentlich auf 4895 und 7230 kHz senden sollte, hier zuletzt aber nicht zu hören war, ist tatsächlich nicht auf Kurzwelle aktiv. Wie ein Anruf von Jose Jacob bei der Station ergab, hat der Kurzwellensender einen Defekt. Die zu reparierenden Teile wurden zur Reparatur verschickt, sind aber noch nicht zurück. (Jose Jacob 15.-18.1.2010)

Kolumbien: Nach mehreren Monaten Sendepause wurde La Voz del Guaviare, San José del Guaviare, ab Anfang Januar wieder auf regelmäßig 6035 kHz gehört. Eine typische Stationsidentifikation wie “desde Guaviare, La Voz del Guaviare 1180 AM HJFC emisora afiliada a RCN” nimmt allerdings nicht auf die Kurzwelle Bezug. Die Empfangszeiten beziehen sich auf den Abend bis Mitternacht UTC, wobei sehr verschiedene Sendeschlüsse beobachtet wurden. Sendeschluss war früher normalerweise um 3.00 (MEZ 4.00) Uhr mit der Nationalhymne. (Giampiero Bernardini 6.1., Rafael Rodriguez R. 10.1., Brian Alexander 16.1., Harold Frodge 17.1.2010 DXLD)

Kongo (aus Südafrika): Der UN-Sender Radio Okapi hat die zur Flächendeckung des Landes bestimmten Kurzwellensendungen gekürzt:
04.00-05.00: 11690 (Meyerton 250 kW, 340°) Französisch, Lingala und andere Sprachen (ex 4.00-6.00)
Uhr Weltzeit (+1=MEZ) Frequenz (Sender) Programm (Radio Bulgaria 18.1.2010 BCDX)

Österreich: Auch nach dem Ende des regulären Auslands- bzw. Fremdsprachendienstes freuen sich internationale Kurzwellenfreunde über ein “Zeichen des Interesses” bzw. die Informationsmöglichkeit über Österreich. In der Viertelstunde, die 7.00-7.15 (MEZ 8.00= Uhr auf 6155 kHz ausgestrahlt wird, finden sie immer noch als Übernahme aus dem Inlandsdienst Nachrichten in Englisch gegen 7.08 Uhr und Französisch gegen 7.11 Uhr. In anderen Ausstrahlungssegmenten gibt es solche fremdsprachigen Bestandteile offensichtlich nicht. (Glenn Hauser 7., 28.1.2010 DXLD)

Pakistan: Radio Free Europe / Radio Liberty hat am 15. Januar 2010 mit einem Sonderprogramm für die Grenzgebiete zwischen Pakistan und Afghanistan begonnen, die als Hochburgen der Taliban gelten. Für Radio Mashaal (“Fackel”; in Anspielung auf das Logo von RFE/RL) hat der von den USA finanzierte Auslandsdienst ein neues Büro in Pakistan eingerichtet, wenngleich das Programm in der Zentrale in Prag zusammengestellt wird.
Radio Mashaal (ID Daa Mashaal Radyo) hat auf Kurzwelle folgenden Sendeplan aus Udon Thani (Thailand) und Iranawila (Sri Lanka):
11.00-13.00: 9395 (U-250 kW, 300°) 11605 13700 (I-250 kW, 340°) Paschtunisch
Uhr Weltzeit (+1=MEZ) Frequenz (Sender) Programm
Radio Mashaal kann auch in drei afghanischen Städten auf 100,5 MHz sowie online weltweit bei www.mashaalradio.org gehört werden. Die Sendungen kommen nach Ortszeit 15.30-17.30 Uhr. (RFE/RL Launches Radio Station in Pakistan's Pashtun Heartland 14.1.2010 www.rferl.org/content/Press_Room_Press_Release_Radio_Mashaal_Launch_/1929887.html, Glenn Hauser 14.1., Noel R. Green 15.1., Sei-ichi Hasegawa 15.1., Tony Ashar 16.1., Anker Petersen 16.1., Radio Bulgaria 18.1.2010 BCDX)
Für dasselbe Zielgebiet und mit demselben Programmauftrag sendet schon seit 2006 das von der Voice of America produzierte Radio Deewa. Experten wie der Hörerforscher Kim Andrew Elliott zweifeln nicht am Einsatzwillen der Beteiligten, wohl aber an den politischen Entscheidern in Washington, die durch immer neue Programme zur Zersplitterung der steuerfinanzierten US-Auslandsdienste beitragen. (“I'm sure Radio Mashaal will do a good job. But it will do much the same job that VOA's Deewa Radio is already doing, in the same language, to the same target area. Put together the talent from these two stations, and US international broadcasting would be in danger of achieving excellence. This was not the idea of the Broadcasting Board of Governors. Some senator put some language in some appropriations bill, and Radio Mashaal was created. Such shards of bad legislation have made US international broadcasting the archetype of bureaucratic inefficiency.” Kim Andrew Elliott kimandrewelliott.com 15.1.2010)

Pakistan: Radio Pakistan hat einen seit einigen Monaten abgeschalteten 250-kW-Sender bei der Kurzwellenstation Islamabad-Rewat reaktiviert. Das bedeutet, dass der Urdu-World Service nun wieder auf zwei Frequenzen gehört werden kann, wenngleich die Audioprobleme auf dem reaktivierten Sender weiter bestehen.
00.45-02.15: 11580 15490 World Service für Südostasien
05.00-07.00: 15100 17835 World Service für den Nahen Osten
08.30-11.05: 15100* 17700 World Service für Westeuropa, mit englischen Kurznachrichten um 11.00 Uhr
12.00-13.00: 9390 11510 Chinesisch
13.30-15.30: 7510 11565* World Service für den Nahen Osten
16.00-16.10: 7535 11565* Englische Nachrichten für den Nahen Osten
17.00-19.00: 7535 (ex 7530) 9340* World Service für Westeuropa
(Giampiero Bernardini 9.1., Noel R. Green 15.-19.1.2010 BCDX / DXLD)

Peru: Der portugiesische Empfangsexperte Carlos Gonçalves und zahlreiche amerikanische Kurzwellenfreunde meldeten bei Glenn Hauser im Januar 2010 folgende peruanische Kurzwellenstationen als aktiv:
3329 Ondas del Huallaga, Huánuco (1001)
4747 OAZ5B Radio Huanta 2000, Huanta (1001) “...Transmite desde Huanta, bella esmeralda de los Andes; Radio Huanta 2000, OAZ5D, 4755 [sic] kHz onda corta; OCX5O 1160 kHz onda media y OCC5A 92.9 MHz FM estéreo...”
4775, Radio Tarma, Tarma (1001)4790 Radio Visión, Chiclayo (1001)
4835.4, Radio Marañon (1001)
4857 Radio La Hora, Cusco (1001)4950 Radio Madre de Dios, Puerto Maldonado (1001)4955 Radio Cultural Amauta (1001)
4974 Pacífico Radio (1001)
5025 Radio Quillabamba (1001)
5039 Radio Libertad, Junín (1001)
5120 Ondas del Suroriente, Quillabamba (1001)
5460.5 Radio Bolívar, Cd. Bolívar (1001)
5939.3 Radio Melodia, Arequipa (1001)
6019.3, OAX4Q Radio Victoria, Lima (1001)
6173.857, Radio Tawantinsuyo, Cusco (1001)
9720 OCX4C Radio Victoria, Lima (1001.)
(Carlos Gonçalves 9.1., Rafael Rodriguez R. 9.1., Rich D'Angelo 11., 16.1., Chuck Bolland 15.1., Bob Wilkner 16.-21.1., Harold Frodge 17.1.2010 BCDX / DXLD)

Solomon Islands: Die Solomon Islands Broadcasting Corporation hat die nächtlichen Relaissendungen der BBC abgesetzt. Wie SIBC General Manager Cornelius Rathamana gegenüber dem Solomon Star (21.1.2010) erläuterte, spart man durch die Aufgabe der nächtlichen Sendungen von 23.00 bis 6.00 Uhr Ortszeit erheblich an Stromkosten (für einen 10-kW-Sender SBD 90.000 / USD 11.471). Man bedauere, die Freunde des BBC World Service zu enttäuschen; man sei aber bereit die Sender wieder anzuschalten, wenn sich entsprechende Sponsoren fänden. (Radio Netherlands Media Network 21.1.2010 DXLD) Durch diese Maßnahme vermindern sich die Chancen US-amerikanischer und europäischer Kurzwellenfreunde erheblich, die Station auf 5020 kHz zu empfangen.

Tschechische Republik: Radio Prag wird auch über den 31. Jan. 2010 hinaus auf Kurzwelle zu hören sein. Dies gab Direktor Miroslav Krupicka bekannt. Das Budget für dieses Jahr sei um 15 Prozent gekürzt worden, aber man werde an der Kurzwelle festhalten, da sie für etwa die Hälfte der Hörerschaft sorge. Allerdings werde man nur noch über einen einzigen Sender in Litomysl senden, wodurch man die Sendekosten auf 7 Mio. Kronen halbiere. Offenbar bedeutet das auch das Ende der verbliebenen Relaissendungen. (Andrea Borgnino 20.1.2010 BCDX)

Tschechische Republik: Radio Prag, dessen Kurzwellensendungen zwar gerettet, aber aus Kostengründen auf eine Frequenz reduziert werden, hat zum 1. Februar 2010 folgenden Sendeplan aus Litomysl CZ und Sines PT in Deutsch:
07.30-07.57: 5930 (L-100 kW)
11.00-11.27: 7345 (L-100 kW)
13.00-13.27: 6055 (L-100 kW)
16.00-16.27: 5930 (L-100 kW)
17.30-17.57: 7285 (S-250 kW)
Uhr Weltzeit (+1=MEZ) Frequenz (Sender) Programm (Wolfgang Büschel 28.1.2010)

Türkei: Als Hauptstadt dreier Imperien, “dem römischen, byzantinischen und osmanischen” beschreibt das jüngste Programmheft 2010 der Stimme der Türkei die europäische Kulturhauptstadt 2010, Istanbul. “Demzufolge waren es Menschen aus unterschiedlichen Rassen, Sprachen, Religionen und Glauben, die sich hier sammelten und beisammen lebten. Neben Werken, die mit der Kultur der Koexistenz gemischt sind und ineinander greifende künstlerische Elemente aufweisen, sowie historisch-kulturellen Monumenten von majestätischem Ausmaß, sind es auch Naturschönheiten, die Istanbul zu Istanbul machen.” Auf Stadt und Geschichte geht die ganzjährige Serie “Istanbul, Istanbul” ein, die sonntags ausgestrahlt wird.
'Nach Angaben des Sendeplans hat die deutsche Redaktion der Stimme der Türkei folgende Frequenzen für die Winterperiode:
12.30-13.25: 17700
18.30-19.25: 7205
Uhr Weltzeit (+1=MEZ) Frequenz (Sender) Programm (Dr. Hj. Biener)

Türkei: Auf Grund zahlreicher Rückmeldungen über Empfangsprobleme bei der deutschen Mittagssendung der Stimme der Türkei (12.30-13.27 UTC Emirler 17700 kHz) wird ein Frequenzwechsel erwogen. Aus diesem Grund sollten Kurzwellenfreunde im Zeitraum etwa einer Woche bis zum Montag 25. Januar 2010 zu dieser Sendezeit die Frequenz 17690 kHz zu beobachten und die Empfangsergebnisse der deutschen Redaktion an die Adresse deutsch@trt.net.tr mitzuteilen.
Mit dem erwogenen Frequenzwechsel entkäme man Seitenkanalinterferenz, die durch effektive chinesische Störsendungen gegen die Mandarin-Sendungen von All India Radio entsteht. Die Chinesen stören seit acht Jahren den Nachbarn AIR Bangalore, der 11.30-13.15 Uhr auf 17705 kHz (500 kW, 58°) in Chinesisch sendet.
Die Senderichtung des Jammers dürfte von Hainan Island aus in Richtung Norden gehen, aber ein Restsignal ist auch in Europa empfangbar. Ein größerer Abstand von der betroffenen Frequenz 17705 kHz macht Sinn für Hörer und Hörerinnen mit nicht so trennscharfen Empfangsgeräten, die eine 5 kHz abseitige Interferenz des Nachbarkanals nicht ausblenden können. Die Frage ist allerdings, ob nicht TRT aus Ausbreitungsgründen eher im 15- oder 13-MHz-Bereich senden sollte, um auch österreichische Hörer und Hörerinnen stabil zu versorgen. (Bernd Seiser 20.1.2010, Wolfgang Büschel 22.1.2010)

USA (Florida): WJHR Milton, das nach eigenen Angaben im November mit Testsendungen begann und im Dezember tatsächlich auch von vielen US-amerikanischen Kurzwellenfreunden auf 15550 kHz ObSB beobachtet wurde, war im Januar dann wieder außer Betrieb.
Wie Senderbetreiber Scott Mock dem US-amerikanischen Kurzwellenexperten Glenn Hauser am 19. Januar 2010 auf Anfrage mitteilte, ist die Antenne kaputt gegangen. Mock nahm es relativ gelassen, da wegen schlechter Performance des bestehenden Aufbaus bereits eine neue log.-periodische Antenne bestellt worden war. Diese neue Antenne solle baldestmöglich aufgebaut werden.
Wie bei gleicher Gelegenheit mitgeteilt wurde, soll WJHR auch im Sommerhalbjahr auf 15550 kHz senden. (Glenn Hauser 19.1.2010)

USA (Tennessee): In der Regel kommen in Glenn Hausers DX Listening Digest die Talkshows und Prediger bei WWCR Nashville nicht gut weg. Eine aktuelle Ausnahme macht Rollye James, die nachts auf WWCR 3215 kHz zu hören ist bzw. nach Weltzeit Mo-Sa 6.00-9.00 Uhr.
Im Prinzip handelt es sich um eine Talkshow, die sich um alles mögliche drehen kann, und so kommen auch die üblichen Themen von Musik bis Politik und Ufologie vor. Nach dem Urteil von Curt Phillips ist sie zwar politisch konservativ, aber nicht so rechts wie viele andere WWCR-Kunden, und hält es auch nicht ganz so extrem mit UFO- und Verschwörungstheorien. Eine weitere Besonderheit sei ihre Liebe zu Oldies, durch die sehr selten gewordene Titel wieder zu hören sind. Auch nach dem Urteil von Joe Wood ist es, “diese Art von Programmen, die die Kurzwelle toll machen. So etwas dürfte man sonst nur bei irgendeinem kleinen Mittelwellensender zu hören bekommen.”
Nach eigenen Ansagen hat Rollye James drei Jahrzehnte Radioerfahrung mit mehr als 35 Stationen. Von 2003 bis 2006 sendete sie 22.00-1.00 Uhr Eastern Time über “The Big Talker” WPHT 1210 AM in Philadelphia. Nach dem Ende bei WPHT sprangen immer mehr Stationen ab, so dass offenbar das Satellitenbouquet XM und WWCR Nashville die einzigen aktuellen Plattformen sind. (Joe Wood 10.1., Curt Phillips 16.1.2010 DXLD)

USA (Tennessee): Je nach Standpunkt hat es WTWW Lebanon doch noch 2009 zu einem Sendertest geschafft. Eigner George McClintock hatte mit WWCR Nashville, das inzwischen vier Programmströme auf Kurzwelle ausstrahlt, eine Erfolgsgeschichte und macht mit WTWW bzw. der früheren Ausrüstung des aufgelassenen Kurzwellensenders KAIJ Denton einen neuen Anlauf.
Wie George McClintock dem bekannten US-amerikanischen Kurzwellenexperten Glenn Hauser mitteilte, wurde der von KAIJ übernommene Sender am 1. Jan. 2010 5.45-6.00 Uhr Weltzeit erstmals wieder in Betrieb genommen, was noch 31. Dez. 2009 Central Time war. Die rhombische Antenne stand schon länger, so dass nach der Betriebsbereitschaft des Kurzwellensenders jederzeit mit Testsendungen begonnen werden könnte. Die Senderichtung 40 Grad ist ungefähr in der Richtung Kentucky, Ontario / Québec, Neufundland, Schottland, Niederland, Polen, Ukraine.
Der Funktionstest mit vielleicht 15 kW auf 5755 kHz wurde offenbar von keinem Kurzwellenhörer bemerkt. Audio gab es auch erst einen Tag später, dafür war die Sendeleistung minimal. Neben der Lösung von Problemen, die durch Abbau, Lagerung und Neuaufbau entstanden, muss man sich mit Eigenheiten vertraut machen, die sich erst im Betrieb zeigen. So fand man falsche Verkabelungen, aber auch abgenutzte Kontakte z. B. bei der Frequenzeingabe. Im Lauf des Monats wurden zahlreiche Probleme ausgebügelt und Sendungen mit Testansagen und klassischen Hits auf 5755 oder 9480 kHz ausgestrahlt. Wie McClintock meint, passt die Antenne gut mit der anfangs hauptsächlich getesteten Frequenz 5755 kHz zusammen, nicht ganz so gut mit 9480 kHz, wobei man ohnehin über eine noch höhere Frequenz nachdenkt.
Bei einem Langzeittest am 23. / 24. Januar (16.00 9480, 1900 9475, 2200-24.00 9480, wegen Kühlungsproblem 1.30-4.36 statt 0.00-4.00 5755) wurde WTWW ‘We Transmit World Wide’ am 23. Januar 2010 in vielen Regionen Nordamerikas gehört, sondern abends auch in Europa. Das Programm bestand unmoderierten Oldies (Beach Boys, Beatles, Elton John, Fats Domino, Four Seasons, Moody Blues usw) mit Testansagen (“Coming to you from near the banks of the Upper Cumberland River in middle Tennessee, this is WTWW, Lebanon, Tennessee, USA, performing equipment tests”) von Ted Randall, der um Empfangsberichte an tedrandall@tedrandall.com bat. Um 3.00 Uhr ging er dann live auf Sendung und beantwortete e-Mails und Anrufe.
Während das Musikformat bei vielen Kurzwellenfreunden ankam, ist ihnen doch klar, dass WTWW wahrscheinlich nur als ein weiterer Sender mit fundamentalistischen oder extrem konservativen Wortprogrammen überleben wird. George McClintock kümmert sich um die Akquise von Kunden, dementierte jedoch Gerüchte, WTWW werde weite Programmstrecken mit “Pastor” Peter J. Peters übernehmen, der in Scriptures For America ein arisches Evangelium predigt. (Glenn Hauser DXLD / Dr. Hansjörg Biener)


UKW

Deutschland: Das im Donau-Iller-Raum sendende Donau 3 FM hat am 18. Januar 2010 seinem Programm ein neues Sounddesign verpasst und die Musikfarbe verändert. Die Musikfarbe orientiert sich stärker an Titeln der achtziger Jahre, ohne Rockklassiker der siebziger und aktuelle Hits außen vor zu lassen. Ausgebaut wird auch der Nachrichtendienst aus der Region. Kernzielgruppe des Senders bleiben die 30- bis 50-jährigen. Die Station ist als Lokalsender in Baden-Württemberg und Bayern lizensiert: Man sendet auf den Frequenzen Ulm 105,9 MHz, Biberach 104,6 MHz und Riedlingen 90,3 MHz sowie mit einem Lokalfenster in Günzburg 90,3 MHz, wo sich der ursprüngliche Lokalsender nicht hatte halten können. Aus Ulm senden für Ostwürttemberg auch das öffentlich-rechtliche SWR-4 und der private Bereichssender Radio 7. (Dr. Hj. Biener)

Indien: Die indische Regierung will noch im ersten Quartal die langerwartete dritte Lizensierungsrunde für UKW-Rundfunk auf den Weg bringen. Ein Entwurf des Rundfunkministeriums geht derzeit durch die anderen betroffenen Ministerien. “Wir sind dabei, das Rahmenwerk fertigzustellen”, betonte Rundfunkministerin Ambika Soni am 29. Jan. 2010 in Delhi bei der Eröffnung der 16. BES EXPO 2010, einer dreitägigen Tagung für Rundfunktechnik. “Wir arbeiten an einer Vereinfachung der Verwaltungsvorschriften und gewissen Deregulierungen, die die Kosten senken sollen. Zugleich wollen wir in der dritten Lizensierungsphase auch die Etablierung von privaten UKW-Sendern in den nordöstlichen Bundesstaaten, in Jammu and Kashmir und auf den Inseln vorantreiben.”
UKW-Privatfunk gibt es in Indien seit 1999. Aus den ersten beiden Lizensierungsrunden sind bislang 251 Privatsender aktiv, weniger als ursprünglich erwartet. Die Privatsender machen dafür als Kostenfaktoren die staatlichen Lizenzgebühren und die Musikrechte verantwortlich und versprechen mehr Wachstum in der Branche, wenn man mehrere Programme in derselben Stadt und auch Nachrichten ausstrahlen dürfte. Bei letzterem will die Regierung bisher allerhöchstens die Wiederausstrahlung von Nachrichten von All India Radio zulassen, während die Regulierungsbehörde und die Federation of Indian Chambers of Commerce and Industry für eigenständige Nachrichten eintreten.
Naheliegenderweise wurden zuerst die Metroregionen und Bevölkerungszentren besetzt, aber auch in der Geschwindigkeit des Sendebeginns nach Lizensierung stand die Peripherie zurück. So gingen die lizensierten UKW-Stationen im indischen Nordosten besonders spät auf Sendung. Manipur, Mizoram und Nagaland haben noch keine Privatsender, ebenso wenig im Nordwesten Himachal Pradesh und Uttarakhand. Auf der anderen Seite haben Maharashtra 31 und Uttar Pradesh und Tamil Nadu je 21 aktive Privatsender. In der dritten Lizensierungsrunde sollen UKW-Senderechte in 92 Städten ab 100.000 Einwohnern ausgeschrieben werden.
Nach Angaben des Media Research Users´ Council vom 8. Januar 2010 ergab die zweite Medienanalyse für 2009 folgende Top Ten bei den indischen UKW-Sendern: Radio Mirchi (wie bisher), Big FM, Red FM, Radio City, AIR FM Rainbow, Suryan FM, AIR FM Gold, Radio Mantra, Radio One und My FM. Gegen den allgemeinen Trend stagnierender oder leicht fallender Hörerquoten hat Red FM mit einer Zunahme von 14,993 Mio auf 18,614 Mio. Wachstum zu verzeichnen gehabt. (Dr. Hansjörg Biener)

Indien: Die indische Regierung ist mit der bisherigen Entwicklung des Nachbarschaftsrundfunks unzufrieden. Fast fünf Jahre nach der prinzipiellen Einführung des nichtkommerziellen Lokalfunks im April 2005 sind kaum 50 Stationen auf Sendung. Als Hauptprobleme werden der bürokratische Bewilligungsprozess, bei dem auch mal ein Antrag verloren geht, und die Finanzierung genannt.
Ursprünglich sollten nur Bildungseinrichtungen ein solches Senderecht erhalten, doch schon im Dezember 2006 wurde der Berechtigtenkreis erweitert, um auch Nichtregierungsorganisationen und anderen entwicklungsorientierten Einrichtungen Zugang zu Lokalfunk zu ermöglichen. 2007 wurde sogar ortsbezogene Werbung im Umfang von bis zu fünf Minuten pro Sendestunde zugelassen.
Insgesamt gab es bisher 584 Anträge, von denen 79 abgewiesen und 189 bereits bewilligt wurden, 20 davon 2009. 316 weitere Anträge sind in der Bearbeitung. Anfang des Jahres hatten 42 Bildungseinrichtungen und sechs Nichtregierungsorganisationen einen Lokalsender im Betrieb. Die meisten Nachbarschaftsradios gibt es in Tamil Nadu (10), Uttar Pradesh (6), Delhi und Karnataka (je 5) sowie Maharashtra (4). (Dr. Hansjörg Biener)

Indien (Uttar Pradesh): Das indische Rundfunkministerium hat Ende Januar 2010 das 64. Senderecht für ein Nachbarschaftsradio erteilt. Binnen der nächsten drei Monate soll der Campussender des Hint Institute of Mass Communication (Hint Group of Publication and Electronic Media) in Ghaziabad UP den Betrieb aufnehmen. Aus rundfunkrechtlichen Gründen sind die Programminhalte auf Bildungs- und Entwicklungsthemen bzw. die Aktivitäten des Instituts beschränkt. (Pressemitteilung der indischen Regierung via Alokesh Gupta 28.1.2010)

Vereinigtes Königreich: Die Ofcom plant ein verkürztes Verfahren für das am 19. März 2011 auslaufende Senderecht von Tower FM 107.4 MHz für den Raum Bolton und Bury. Bis zum 29. Jan. 2010 sollten Interessenten ihr ernsthaftes Interesse (5000 GBP Gebühr) bekunden. Sollte sich nur Tower FM Limited interessieren (www.towerfm.co.uk), wird man Verhandlungen für eine Verlängerung bis zum 19. März 2016 eintreten. Bei mehreren bzw. einem anderen Interessenten wird das Senderecht regulär ausgeschrieben. Wenn sich niemand interessiert, wird das Senderecht nicht mehr ausgeschrieben. (Dr. Hj. Biener)

Vereinigtes Königreich (Leicestershire): Die Ofcom plant ein verkürztes Verfahren für das am 13. Februar 2011 auslaufende Senderecht von Oak FM (107 MHz) für den Raum Loughborough. Bis zum 29. Jan. 2010 sollten Interessenten ihr ernsthaftes Interesse (5000 GBP Gebühr) bekunden. Sollte sich nur Oak FM Limited (www.oak107.co.uk)interessieren, wird man Verhandlungen für eine Verlängerung bis zum 13. Februar 2016 eintreten. Bei mehreren bzw. einem anderen Interessenten wird das Senderecht regulär ausgeschrieben. Wenn sich niemand interessiert, wird das Senderecht nicht mehr ausgeschrieben. (Dr. Hj. Biener)


Internet

Kolumbien: Am 1. Februar 1940 nahm die Radiodifusora Nacional den Betrieb auf. Radio Nacional de Colombia hätte damit am 1. Februar den 70. Geburtstag. Radio Nacional de Colombia in Bogotá hat eine Homepage www.radionacionaldecolombia.gov.co, auf der aber offenbar kein Bezug auf das Jubiläum genommen wird. (www.eltiempo.com/culturayocio/tvyfarandula/radio-nacional-de-colombia-cumplira-70-anos_7008007-1 via Yimber Gaviria, Colombia, DXLD, Volker Willschrey)


Hobbykontakt

Kurzwellenhörer und Internetnutzer
Erneut einige heftige Ohrfeigen erhielten die Kurzwellenhörer im Zusammenhang mit den Debatten um die Rettung der Kurzwellensendungen von Radio Prag. Wie hier betont wurde, geht es den finanzierenden Stellen um qualifizierte Dialoge mit dem Auslandspublikum, und offenbar sprechen nicht nur die Mediennutzungsgewohnheiten, sondern auch die Mediennutzer gegen die Fortsetzung der Kurzwelle. Offenbar erscheinen Internetplattformen als das geeignetere Forum.
Andy Sennitt von Radio Netherlands Worldwide sekundiert dieser Wahrnehmung so: “Feedback ist ein zentrales Argument für Auslandsmedien. Aber meiner Erfahrung nach liefern viele Kurzwellenfreunde genau so eine Art von Feedback, das Verantwortungsträger zu der Auffassung bringt, dass sie nicht die richtigen Leute erreichen. Im englischen Dienst von Radio Netherlands beziehen sich die meisten Antworten von Kurzwellenhörern auf die Frage nach QSL-Karten, ohne dass wir merken, dass die Urheber tatsächlich auf den Inhalt geachtet haben. Wir haben da einen, der schreibt alle drei Wochen einen Empfangsbericht und will ein neues QSL-Motiv. Und dann bekommen wir auch Post von Leuten, die uns nach ihren Angaben ‘regelmäßig hören’, aber auf Programme beziehen, die wir schon lange nicht mehr ausstrahlen. Ganz anders ist es bei der Rückmeldung unserer Internetznutzer. Hier wird erkennbar, dass sie gelesen haben, worauf sie praktisch sofort reagieren. Was internationale Radiosender brauchen, sind intelligente Rückmeldungen, die zeigen, dass tatsächlich Interesse an der Station und den Inhalten besteht.” (Andrew Sennitt 23.1.2010)
Interessanterweise teilt Keith Perron, der im Frühjahr 2009 die Happy Station Show 15 Jahre nach der Absetzung beim niederländischen Auslandsdienst als Eigenprogramm wieder ins Leben gerufen hat, diese Einschätzung: “Da kann ich mithalten. Ich habe einen, der mir monatlich schreibt, er höre meine Happy Station Show seit 2000. Erst habe ich an einen Tippfehler gedacht, aber dann wollte er, dass ich ihm dies und das besorge. Oder der andere, der immer wieder schreibt, dass er die Happy Station Show seit Eddy Startz hört. Ich kann durchaus glauben, dass sich noch manche Hörer an Startz erinnern. Aber wenn derselbe Hörer schreibt, dass er 1976 geboren ist, also dem Todesjahr von Eddy, wie soll ich ihm glauben, dass er ihm wöchentlich zugehört hat. Ich will nicht von allen Kurzwellenhörern schlecht reden, aber meine Hörerschaft von Mittelwellen- bzw. UKW-Relais und mein Publikum im Internet reagiert qualifizierter.” (Keith Perron 23.1.2010)

Deutschland: Nachrichtenkolumnen wie der monatliche ntt bei www.kwrs.de versuchen, Nachrichten aus der Welt des Auslandsrundfunks zu bündeln, sinnvoll einzuordnen und in allgemeinverständlicher Weise in die Öffentlichkeit zurückzugeben. Eine kaum verzichtbare Quelle dafür sind Internetgruppen wie Christoph Ratzers A-DX und zwischen der Vielfalt von Wichtigem und Unwichtigem, Neuem und eigentlich Altbekanntem Newsletter wie der von Wolfgang Büschel. Am 31. Januar 2010 hat Wolfgang seinen 949. Newsletter zum “Broadcast DX” verschickt. Im Februar ist damit Ausgabe 950 zu erwarten. Zwar gab es seltene Unterbrechungen im Versand, aber bei einer Rechnung von 950/52 kann man selber feststellen, wie lange er der Kurzwellenhörerschaft einen unbezahlten, freiwilligen Dienst erweist. (Dr. Hansjörg Biener)

Japan: Zum “Jahr des Tigers” im ostasiatischen Jahreszyklus hat der Japan SW Club 2010 die entsprechende QSL-Karte aufgelegt. Der JSWC beantwortet damit Empfangsberichte zu seinen Segmenten bei der HCJB DX Partyline (4. Samstag) und AWR Wavescan (1. Sonntag des Monats). Empfangsberichte gehen an JSWC, P. O. Box 44, Kamakura 248-8691, Japan. Als Rückporto wird 1 IRC erbeten, da 1 USD zu wenig Porto ist. (Toshimichi Ohtake 6.1.2010 DXLD)

Tschechische Republik: Radio Prag hat auch für 2010 eine Serie von acht QSL-Karten zur Beantwortung von Empfangsberichten. Thema sind in diesem Jahr tschechische Schriftsteller, und Radio Prag will damit anregen, den einen oder anderen Autor auch tatsächlich einmal zur Hand zu nehmen.
“Natürlich nicht fehlen darf Václav Havel. Der frühere Dissident und spätere Staatspräsident der Tschechoslowakei und Tschechiens ist [...] wieder zu seinen Anfängen als Schriftsteller zurückgekehrt. Denn Václav Havel, der bereits zu Beginn der 60er Jahre anfing, Theaterstücke, Gedichte und Essays zu schreiben, feierte 2007 sein literarisches Comeback mit dem Drama ‚Abgang’. In diesem Jahr war Havel natürlich der gefeierte Mann bei den Feierlichkeiten zum 20. Jahrestag der Samtenen Revolution, an der er einen großen Anteil hatte.
Für den Romancier Milan Kundera war es hingegen ein wechselhaftes Jahr 2009. Er sah sich Verdächtigungen ausgesetzt, als junger Student in den 50er Jahren einen Kommilitonen beim kommunistischen Geheimdienst angeschwärzt zu haben. Auch wenn die Vorwürfe noch nicht endgültig geklärt wurden, erhielt Kundera im Dezember die Ehrenbürgerschaft seiner Heimatstadt Brno / Brünn. Unter Literaturwissenschaftlern genießt er ungeachtet aller politischen Vorwürfe einen guten Ruf als Schriftsteller. Zwar schreibt er seit 1993 nur noch auf Französisch. Trotzdem hat es Kundera wegen seiner früheren tschechischen Werke auf eine der neuen QSL-Karten von Radio Prag geschafft.
Havel und Kundera sind bekannte Namen in der Weltliteratur. Noch bekannter dürfte aber Franz Kafka sein. Nun werden sich manche von Ihnen wundern, denn Kafka schrieb schließlich Zeit seines Lebens auf Deutsch. Aber Kafka gehört zur tschechischen Hauptstadt Prag wie die Burg, so ist auch ihm eine QSL-Karte gewidmet.
Aber auch weniger bekannte Namen finden Sie in der neuen QSL-Serie. Jaroslav Hašek zum Beispiel. Seine Figur des ‚braven Soldaten Schwejk’ ist wohl bekannter als der Schriftsteller selbst. Und wussten Sie, dass es ein Tscheche war, der das Wort ‚Roboter’ erfunden haben soll? Zum ersten Mal verwendet wurde das Wort in dem Science-Fiction-Drama R.U.R.. Der Autor hieß Karel Capek und ist zweifelsohne einer der bedeutendsten tschechischen Schriftsteller. Capek starb 1938. Er war mehrfach für den Literaturnobelpreis nominiert. Bekommen hat er ihn allerdings nie. Das könnte hingegen der Dichter Jaroslav Seifert von sich behaupten, wenn er noch leben würde. Seifert starb 1986. Zwei Jahre zuvor bekam er den Nobelpreis für Literatur, und das obwohl seine Werke in der damaligen Tschechoslowakei seit 1968 nicht mehr erscheinen durften.” (Radio Prag 29.12.2009)


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