Wir möchten einen interessanten Zweig des DX-Hobbys vorstellen, das "Amateurfunk-DXen". Diese Sparte bietet insofern einen besonderen Reiz, weil es Länder gibt, aus denen Rundfunkstationen nur schwer oder gar nicht, Amateurfunker jedoch häufiger zu hören sind.
Amateurfunk ist ein Hobby, das in den meisten Staaten betrieben werden kann. Funkamateure hatten in den Anfangsjahren der drahtlosen Übertragungen einen großen Anteil an der Erforschung der Ausbreitungsbedingungen auf Kurzwelle. Ein Funkamateur muss in der Regel eine Prüfung bei der nationalen Fernmeldeverwaltung ablegen. Er erhält dann eine Lizenz sowie ein individuelles Rufzeichen zugeteilt, das er im Funkverkehr zur Identifikation immer wieder nennen muss. Aus den ersten Buchstaben des Rufzeichens geht das Land hervor, aus dem der Funkamateur sendet (z.B. DL=Deutschland, OE=Österreich, HB9=Schweiz, F=Frankreich, usw.). Es gibt ein sogenanntes "Callbook", in dem alle Funkamateure mit ihren Rufzeichen aufgelistet sind. Weltweit gibt es über 1 Million Funkamateure, davon in den USA und Japan allein über 300000, in Deutschland über 50000.
Amateurfunkstationen dürfen nur in speziellen Frequenzbereichen senden, die ihnen aufgrund internationaler Verträge zugeteilt sind. Im Kurzwellenbereich werden in erster Linie folgende Frequenzen genutzt: 3,500-3,800 MHz, 7,000-7,200 MHz, 10,100-10,150 MHz, 14,000-14,350 MHz, 18,068-18,168 MHz, 21,000-21,450 MHz, 24,890-24,990 MHz und 28,000-29,700 MHz. Die Funkamateure senden überwiegend in Einseitenbandmodulation ohne Träger (SSB) oder Morsetelegrafie (CW). Daneben können auch spezielle Übertragungsverfahren verwendet werden, z.B. Funkfernschreiben (RTTY) oder ein spezielles, von Funkamateuren entwickeltes Bildfunkverfahren (SSTV).
Da die Funkamateure ihren Sprechfunkverkehr - wie erwähnt - meist in SSB abwickeln, ist ein entsprechend ausgerüsteter Empfänger mit SSB-Demodulator nötig. Zur richtigen Einstellung des Empfängers ist etwas Fingerspitzengefühl notwendig. Bei Frequenzen unter 10 MHz wird in der Regel das untere Seitenband (LSB), über 10 MHz das obere Seitenband (USB) benutzt.
Funkamateure bestätigen sich gegenseitig ihre Verbindungen ("QSOs") mit einer QSL-Karte. Die Bestätigung von Empfangsberichten durch Rundfunkstationen geht eigentlich auf diese Sitte der Funkamateure zurück. Es ist möglich, auch an einen Funkamateur einen Empfangsbericht (SWL-Report) zu senden und dafür eine QSL-Karte zu erhalten. Es sei allerdings hier schon erwähnt, dass nicht alle Funkamateure auf SWL-Berichte antworten, leider! Ein SWL-Bericht sollte sehr sorgfältig erstellt werden, die dabei entscheidenden Details werden nachstehend erläutert. Funkamateure müssen über ihre Funkverbindungen ein Logbuch führen. Sie haben damit die Möglichkeit, SWL-Reports sehr genau zu prüfen.
Einen SWL-Bericht übermittelt man nicht im Brief, sondern auf einer SWL-Karte. Wer viele Berichte an Funkamateure schreibt, wird sich eigene Karten drucken lassen. Es gibt auch fertige SWL-Karten, auf denen man noch Name und Adresse eintragen oder einstempeln muss (siehe Beispiel unten). Den SWL-Bericht kann aber man zur Not auch auf einer einfachen Bildpostkarte (z.B. mit einem Motiv des Heimatorts) versenden. Auf der Rückseite werden folgende Punkte zusammengestellt:
Zur Beurteilung der Empfangsqualität dient der RST-Schlüssel. Dabei bedeuten
Beim Versand eines SWL-Berichts sollte ein Rückumschlag beigefügt sein, der bereits mit der eigenen Anschrift versehen ist. Im Inland sollte der Umschlag bereits ausreichend frankiert sein, im Ausland werden Internationale Antwortscheine (IRCs) beigelegt (oder bei Überseestationen ggf. 2 IRCs, wenn Rücksendung per Luftpost gewünscht wird). Problematisch ist es oft, die Adresse des Funkamateurs ausfindig zu machen. Wer häufig SWL-Berichte erstellt, für den lohnt sich die Anschaffung einer Rufzeichen-CD-ROM (z.B. erhältlich beim DARC-Verlag GmbH, Lindenallee 6, 34225 Baunatal). Auch über Internet können die Adressen ausfindig gemacht werden, z.B. auf der Webseite http://www.qslinfo.de. Noch ein Hinweis: Funkamateure in "exotischen" Ländern bedienen sich oftmals eines QSL-Managers. Dem Manager liegt eine Kopie des Logbuches vor, er kann die Kontrolle der Berichte vornehmen. In diesem Fall muss der Bericht an den Manager geschickt werden. Unter dem Rufzeichen sollte dann der Zusatz "via....." (Rufzeichen des Managers) vermerkt werden.
Hier ein Muster einer SWL-Karte, Vorder- und Rückseite..


Text: Georg Einfalt, Design der SWL-Karte: Walter Eibl